Folge 3 – „Markus Claßen“ – Inklusion im Reitsport, über ein harmonisches Miteinander

Jungs, Mädchen, Frauen & Männer leiten die Folge mit dem Satz „Ich bin Inklusion“ ein. Zum Schluss der Einleitung sagt Katrin „…und gemeinsam“ Christin sagt „…sind wir alle Inklusion“.

Christin: Hallo und Herzlich willkommen Ihr lieben Zuhörer – heute erscheint bereits die 3. Folge und wir freuen uns, dass ihr wieder dabei seid ich bin Christin…

Katrin: …und ich bin Katrin

Christin: Bevor wir euch jetzt jedoch erzählen worum oder eher um wen es in unserer neuen Folge geht, müssen wir Euch ganz kurz erklären, wie es zu unserem neuen Intro kam, was Ihr ja bereits schon in Folge 2 am Anfang hören konntet. Katrin, möchtest du das gerne übernehmen?

Katrin: Ja sehr gerne, weil das wirklich ein wunderschöner Teil unseres Podcasts ist, denn jede einzelne Stimme, die Ihr hören könnt, kommt aus unserem engsten Freundes- und Familienkreis und wir haben gefragt ob, egal ob Mann oder Frau, Kind oder Erwachsener, Deutsch oder auch anderssprachige Leute, die wir kennen mitmachen wollen, egal ob mit Handicap oder ohne – es war uns sowas von egal, weil Inklusion sind wir alle und jeder ist ein Teil der Inklusion und an der Stelle wollen wir uns von ganzem Herzen dafür bedanken, dass es Ihr mitgemacht habt. Das war wunderschön und wir haben so viele Nachrichten von Euch bekommen, mit so vielen wunderschönen Stimmen. Es war wirklich sehr schwierig auch auszuwählen welche Stimme wir mit ins Intro reinschneiden und auf jeden Fall von unserer Seite noch mal ganz ganz dolles Dankeschön an jeden einzelnen ohne Euch wäre dieses wunderschöne Intro nicht zustande gekommen und ja wir hoffen, dass es euch genauso gut gefällt wie uns.

Christin: Ja auf jeden Fall. Ja außerdem gibt es in dieser Folge noch eine kleine Überraschung eine kleine Neuigkeit und zwar hat unser Julius, der beim Intro leider nicht mitmachen konnte, weil er das Wort Inklusion noch nicht aussprechen konnte, uns ein Stück am Klavier eingespielt eine kleine Eigenkomposition… *beide schwärmen*

Katrin: Es ist sooooo schön.

Christin: Ihr werdet es am Ende hören, denn es wird ab sofort die Einleitung zu unseren Funfacts werden.So kommen wir zur heutigen Folge. Wie wir Euch ja bereits angekündigt haben kommt heute unser erster Gast zu Wort und zwar der Markus Claßen. Den Kontakt zu Markus hat uns meine gute Freundin Antonia hergestellt. Antonia reitet und kümmert sich um meine selbstgezogene Stute Cassidy und ja Antonia ist selber aktive Sportlerin wohnt in NRW und kennt natürlich auch Markus und so kam das zustande. Und falls ihr euch fragt warum ich heute so komisch klinge, ich werde glaube, ich krank ich klinge ein bisschen nasal – aber keine Panik – durch unsere Jobs sind wir ja sowieso immer regelmäßig getestet und wir sind natürlich Corona negativ aber man darf ja auch noch mal normal erkältet sein.

*Chrissy lacht*

Katrin: Aber um jetzt zurück zur Folge zu kommen und nicht um Chrissys eventuelle Krankheit. In dieser Folge dreht sich alles um Markus Claßen – um seine Kindheit, die Schulzeit, seine Ausbildungszeit wie er das erlebt hat, was er erfahren hat, sondern ist dreht sich auch um einen Menschen mit Handicap, der eine große Portion Mut hat und eine bewundernswerte positive Einstellung mitbringt. Es war wunderschön mit ihm zu reden und seinen Abenteuern zu lauschen. Ihr werdet viel über den großen internationalen Reitsport erfahren, von dem ich persönlich nicht so viel weiß, und ja bekannte Reiter, die man sonst nur im Fernsehen sieht und seine Karriere als Turniersprecher. Ihr werdet erfahren, was ist ein Turniersprecher eigentlich und es wird noch um sein Unternehmen gehen, welches er im Sommer 2020 gegründet hat. Markus hat uns mit seiner offenen und charmanten Art schlichtweg, und deutlich hörbar, einfach sprachlos gemacht.

Christin: Ja und pandemiekonform haben wir das ganze natürlich mit viel Abstand…

Katrin: Ja…

Christin: Vorpommern, Berlin, NRW…

*beide lachen*

Katrin: Ganz Deutschland

*beide lachen weiter*

Christin: … bereits vor einer Weile über ein Zoom Meeting aufgenommen und wie das halt mit der Technik so ist, schwankt halt leider die Verbindung manchmal – aber ich hoffe Ihr könnt darüber hinwegsehen und habe trotzdem viel Freude beim Zuhören. Und nicht zu vergessen zum Schluss kommt natürlich auch wieder, wie ja bereits angekündigt, unser Funfact mit dem heutigen Thema: „Das Leben ist kein Ponyhof.“ Ja und los geht’s mit Markus.

Katrin: Viel Spaß.

Christin: Markus – mensch, Hallo schön, dass du da bist.

Katrin: Hallo Markus!

Markus: Hallo Christin, Hallo Katrin.

Katrin: Schön dass du dir Zeit genommen hast für uns.

Christin: Ja und Herzlich Willkommen als erster Gast in unserem Podcast.

Markus: Diese Rolle nehme ich sehr gerne an.

Christin: Wir haben im Vorfeld natürlich ein bisschen über dich recherchiert, ein bisschen gegoogelt und haben dazu ein paar kleine Fragen vorbereitet – aber ich finde als erstes sollten wir damit anfangen und dich fragen wie es dir denn eigentlich gerade so geht.

Markus: Mir geht es sehr gut muss man sagen, weil ich sage vorweg, ich bin ein sehr positiver Mensch und man muss halt in der aktuellen Zeit seine Möglichkeiten bestmöglich ausnutzen und ich bin einerseits froh, dass ich gesund bin, weil das momentan das Wichtigste ist und das höchste Gut was man ja eigentlich hat und man versucht halt das Beste draus zu machen und positiv weiter vorauszuschauen, weil das bei mir halt immer so ist, dass ich immer – egal wie schwer meine vergangenen Situationen waren oder auch wie schwer die aktuelle Situation ist. Ich bin halt immer einer der versucht positiv vorauszuschauen.

Christin: Eine schöne Antwort auf die Frage.

Katrin: Das ist sehr sehr schön – das ist wirklich schön – findet man nicht oft, muss man sagen, Menschen mit positiver Lebenseinstellung.

Markus: Die sollte man immer haben, beziehungsweise dazu kann ich auch noch sagen, diese positive Lebenseinstellung habe ich schonmal hin und wieder immer mal wieder eher unbewusst und das zum Teil auch vorwiegend bewusst auf andere Menschen übertragen.

Christin: Oh sehr schön – andere positiv damit angesteckt.

*Chrissy lacht*

Christin: Erzähl’ doch aber erst mal von Grund auf wer du eigentlich bist und was du so machst.

Markus: Ja, ich bin der Markus Claßen. Ich bin am 2. März 1995 geboren – also bin ich jetzt 26 Jahre jung…

Christin: Alles Gute nachträglich zum Geburtstag Markus.

Katrin: Alles alles Gute nachträglich.

Markus: Danke. Ich bin mit dem Thema Inklusion eigentlich ein Stück weit schon von Geburt an konfrontiert worden, weil mein Schicksal wollte es so, dass ich 12 Wochen zu früh geboren bin. Bei Geburt habe ich nur ein Geburtsgewicht von einem Kilogramm gehabt und in diesen zwölf Wochen ist der ganze Steuerungsapparat für Kriechen, Krabbeln, Laufen – das hängt ja alles mit dem Kleingehirn zusammen und das ist in den 12 Wochen der Frühgeburtsphase nicht richtig mit gewachsen. Das hat man leider Gottes erst offiziell gemerkt, als ich das erste mal Krankengymnastik hatte, hätte man das in diesen 12 Wochen bemerkt wer vielleicht auch noch bisschen früher Optimierung möglich gewesen, aber ich muss zugeben – ich bin schon stolz darauf, dass ich es jetzt so weit gebracht habe, dass ich trotz dieser Frühgeburt in der Lage bin mit Rollator oder mit Gehstützen mich auch zu Fuß fortzubewegen, auch wenn natürlich bei Weiten, je nachdem was die Situation erfordert, auch der Rollstuhl mein Begleiter ist und trotz dieser Frühgeburtsphase habe ich halt noch anfänglich Krankengymnastik bekommen. Ich war dann natürlich auch in einem Kindergarten das war auch ein Integrations-Kindergarten, dort waren halt Menschen mit Handicap wie ich oder auch normale Kinder dabei waren und nach dieser Kindergartenzeit stellte sich bei bei mir natürlich die Frage, wie geht man da natürlich an die Schulzeit dran und da war es zunächst einmal so, dass ich ja auf eine Integrationsschule für Menschen mit Handicap gekommen bin, weil man gesagt hat – normaler Schulweg – die Hürde ist noch zu hoch. Dann habe ich da halt mit dem Vorschuljahr angefangen und habe sozusagen da die Schullaufbahn aufgenommen und dadurch, durch die Frühgeburt halt die Motorik etwas zurückgeblieben ist sage ich jetzt mal so hat man gesagt ok man vertraut mir das Tastenschreiben, dass ich halt vorwiegend Texte am Laptop abtippen sollte, oder wie immer man es bezeichnen mag und dass ich so halt im Klassenverband damit gemacht habt, aber halt immer wieder mit Tastatur vertraut gemacht worden bin, weil meine betreuenden Lehrkräfte haben nicht daran geglaubt, dass ich mit Hand schreiben können würde und da habe ich halt eine Tastatur erhalten. Dann habe ich die Vorschule und das erstes Schuljahr auf dieser Integrationsschule gemacht und dann hat sich die Möglichkeit angeboten, den Wechsel zu vollziehen und doch den Schritt über die normale Schullaufbahn zu machen, indem bei uns im Dorf die Möglichkeit bestand den Weg über die normale Grundschule einzuschlagen. Dann haben wir aus Vorsichtsgründen, wurde erstmal ein zweiwöchiges Praktikum angeboten, was ich dann auch gemacht habe, um zu schauen, ob es überhaupt von den Umständen und von den Gegebenheiten möglich ist, diesen Schulwechsel zu vollziehen. Das Praktikum oder die Probezeit von zwei Wochen hat gut funktioniert und ich hatte auch Lust dadrauf so zu sagen. Von meiner Person aus und von meiner Motivation her, fühlte ich mich bereit dafür. Dann habe ich quasi das erste Schuljahr auf der Integrationsschule zu Ende gebracht und mit dem Wechsel zum neuen Schuljahr, haben wir dann noch den Wechsel zur Grundschule vollzogen. Aus Sicherheitsgründen, sage ich jetzt mal so ,damit ich selber nicht zu sehr verunsichert war hat man dann gesagt – okay bevor man den jetzt alterstechnisch in die 3. Klasse steckt und er damit vielleicht einen Schritt zu weit vorne ist fangen wir in der Grundschule noch mal mit dem zweiten Schuljahr an also habe ich nach diesen zwei Jahren mit der zweiten Klasse in der Grundschule den normalen Schulweg eingeschlagen, aber auch da mit dem technischen Hilfsmittel, dass wir ein Laptop zur Hand hatten, weil wir gesagt hatten, wir machen erstmal diesen Übergang – und wie das ja so ist mit der Technik hatte man da nach kurzer Zeit so ein bisschen Probleme bekommen, weil sich dann ab und zu das Schreibprogramm verabschiedet hat oder ab und an irgendwas mit der Tastatur nicht stimmte. Die Herausforderung dabei war, das an diesem Kollegium bei den Lehrern, halt nur eine Person, eine Lehrerin gab, die sich vorwiegend damit auskannte. Der Haken an der Sache war dass meine Lehrerin die war im vierten Schuljahr eingesetzt. Jetzt konnte die also nicht bei jedem Problem zu mir kommen, weil sie gerade vielleicht im vierten Schuljahr eine Klassenarbeit hat schreiben lassen da konnte sie ja nicht die Aufsichtspflicht verletzen, wo ich dann auf einer von selber gesagt hat „Stopp bis hierhin und nicht weiter“ und habe dann gesagt ich traue mich jetzt einfach mal mit Bleistift mit der Hand zu schreiben und da haben wir dann quasi angefangen mit Bleistift – es gibt ja diese Bleistifte mit diesem Saugnäpfen drauf – und die so ein bisschen rutschfester sind da habe ich dann angefangen mit Druckbuchstaben zu schreiben und so als ich dann gemerkt habe das funktioniert habe ich dann gesagt ich möchte den Laptop nicht mehr ich möchte jetzt versuchen den normalen Weg mit der Handschrift mit der Druckbuchstaben fortzusetzen das habe ich dann auch gemacht und auch der ganze Schullaufbahn weiterhin durchweg. Sehr gut funktioniert natürlich durch meine Motorik und durch die Umsetzung die das ganze so ein bisschen mit sich bringt habe ich mit der Zeit natürlich entsprechend bei Klassenarbeiten ist alles anstatt keine Karten oder was auch immer. Meistens etwas mehr Zeit bekommen damit ich das kompensieren konnte und nicht unter zusätzlichen Druck die Arbeiten schreiben musste. Als Funfact sind wir dann dahin gegangen als ich dann in der Grundschule waren gesagt hatte ich schreibe jetzt mit der Hand und möchte dabei bleiben haben wir dann natürlich mal ein Schreibheft von mir mitgenommen und sind noch mal zur Integrationsschule gefahren und haben den betreuenden Lehrkräften dann das Heft vorgelegt und die kamen fast aus dem Staunen nicht mehr raus, weil die dann gedacht haben wie kann das sein dass Markus das auf einmal mit der Hand schreiben kann. Dann habe ich die habe ich den quasi eines Besseren belehrt und habe gezeigt hier das funktioniert.

Katrin: Wow, respekt.

Christin: Mega cool. Richtig richtig cool – Finde ich cool, dass ihr das gemacht hat, dass ihr denen noch mal gezeigt habt von wegen zu sagen geht nicht kannst du nicht und dann hast du denen gezeigt, dass es natürlich doch möglich ist wenn man das wirklich will und wenn man vor allem dir das Vertrauen gibt das zu schaffen.

Markus: Ich muss auch dazu sagen, das war so ein bisschen meine eigene Motivation und das ist generell so eine Lebensweisheit von mir sobald ich eine Möglichkeit erkenne und sehe ich kann mich da irgendwie verwirklichen oder hab’ da meine eigene Intension dann ziehe ich das auch so gut es geht durch. Wenn ich weiß ich kann es schaffen oder ich sehe da eine Möglichkeit, da denken manch andere manchmal wie macht Markus das eigentlich, wie schafft der dass sich aus jeder Situation seinen Weg zu suchen bei der kann ich euch ganz einfach sagen unabhängig von der allgemeinen Situation was das Leben so mit sich bringt bin ich immer einer egal was es für eine Situation ist der sich quasi die nötigsten Gegebenheiten zuspielen lässt und sich dann quasi seinen eigenen Plan drumrum baut wie ich es am einfachsten und am besten für mich hinbekomme und daher sind einige Personen die immer wieder sagen du bist ja manchmal wirklich richtig schmerzfrei, dass du das so umsetzt wobei ich sage man brauch mir nur die kleinsten Möglichkeiten zu geben und schon finde ich einen weg da irgendwas draus zu machen.

Christin: Ja, sehr cool.

Katrin: Respekt auf jeden Fall.

Katrin: Da hast du ja auch sehr früh schon eine große Reise hinter dir und wusstest auch von Anfang an sehr stark was du wolltest dass du für dich entschieden hast jetzt mit Bleistift zu schreiben ist finde ich wirklich für die Zeit damals richtig richtig gut.

Markus: Das ist auch so eine Sache wo ich sage, dass ich selber damit auch am am zufriedensten war, weil ich wollte, wenn man jetzt mal überlegt das wäre ja immer zusätzlicher Aufwand gewesen wenn ich immer mit technischen Hilfsmitteln ausgestattet wäre das wäre quasi für betreffende Personen absoluter Mehraufwand gewesen das sage ich mal, ihren Unterrichtssystem so umzustellen, dass ich dann hätte mit technischen Hilfsmitteln damit arbeiten können dann war das jetzt in der Gesamtbetrachtung war das so schon deutlich einfacher, dass ich halt den Mut hatte zu sagen ich gehe auf die Handschrift.

Christin: Da kommt bei mir gleich eine spontane Frage in den Kopf und zwar in Folge 2 hatten wir ein Dorf Stadt Vergleich. Erzähl’ doch unseren unseren Zuhörern einmal, wo du lebst um zu verstehen, wie das vielleicht auch mit Inklusion auf dem Dorf oder in der Stadt ist. Also dadurch dass wir ja schon ein bisschen über dich recherchiert haben, wissen wir ja dass du eher in einer ländlichen Region lebst und auch Geschwister hast. Aber erzähl doch vielleicht unseren Zuhörern einmal, wie die Gegebenheiten so sind wie auch vielleicht, wie bist du zur Schule gekommen, wie war so das inklusive Leben eigentlich für dich auch in der Schulzeit und wie hast du deine Schule dann beendet.

Markus: Also es ist nun so, dass ich auf einer sehr ländlichen Regionen wohne quasi der Mittelpunkt zwischen den westlichsten Großstädten sozusagen. Ich wohne nämlich zwischen Aachen und Mönchengladbach – genau auf der goldenen Mitte – und es ist wirklich so, dass es sehr ländlich ist und es war so als ich in der Grundschule, um da wieder anzusetzen, als ich in der Grundschule war wurde ich halt zunächst, zu der Integrationsschule wurde ich gefahren, nach dem ersten Wechsel der Schule. hat deine meine Mutter das übernommen, weil halt die Schule bei uns im Dorf war und dann wird das halt so gemacht, weil ich zu Hause wenn ich im Haus bin oder so zum Teil dann zu Fuß unterwegs bin, dass wir gesagt haben der Rollstuhl der bleibt in der Schule den brauche ich nachmittags nicht, das war dann auch auf der weiterführenden Schule so. Nach der normalen Grundschule bin ich dann nämlich, was auch eine Herausforderung war, auf eine normale Hauptschule gegangen – allerdings musste da schon geschaut werden wie besteht die Möglichkeit des Raumwechsel sprich wenn spezielle Fächer wie Kunst oder sowas anstand, wo dann spezielle Räume benötigt waren, dass man dann geschaut hat wie ich mit dem Raumwechsel wo ist im besten Fall ein Aufzug damit für mich der Aufwand nicht zu hoch wird und so bin ich dann auf eine Hauptschule gewechselt, wo auch ein Aufzug da war. Das Schulgebäude befand sich so ein bisschen im Umbruch – wo quasi umgebaut wurde sozusagen wo dann eben auch Klassenkameraden nötig waren und dann mal außen herum den den weiteren Weg zu nehmen um an den Aufzug dran zu kommen. Allerdings ähm, hat das auch funktioniert und so ging das dann weiter. Ich habe dann den Hauptschule ganz normal absolviert. Sogar mit dem Bonuspunkt muss man an dieser Stelle sagen, dass ich es geschafft habe, die Chance zu bekommen die mittlere Reife dort zu machen, weil das war eine Hauptschule wo man im Abschlussjahrgang 10 quasi gesplittet hat dass der 9. Jahrgang aufgeteilt wurde für Hauptschulabschluss und Realschulabschluss und ich hatte aufgrund meiner Noten und meine Ergebnisse die Möglichkeit den Realschulabschluss zu machen und dieser Herausforderung habe ich mich dann auch gestellt und habe dann im Sommer 2012 meinen Realschulabschluss gemacht und dann hat sich im Vorhinein während der Schule schon herauskristallisiert, aufgrund von Praktika, dass es eben weil ich häufig auf den Rollstuhl angewiesen bin, ausbildungstechnisch in Richtung kaufmännischen Bereich ging. Dann war da natürlich die Herausforderung erst mal über den eigenen Weg eine Ausbildungsstelle zu finden mit dem Realschulabschluss, was sich dann als glücklos herausstellte, wo ich dann gesagt habe okay, weil ich ja sowieso schon im kaufmännischen Bereich meine Ausbildung machen möchte und auch machen werde, mache ich halt noch mal mein Fachabitur und habe dann ab Schuljahr 2012/2013 habe ich dann noch die Höhere Handelsschule drangehangen, so dass ich dann quasi die Fachhochschulreife im Bereich Wirtschaft und Verwaltung absolviert habe. Diese habe ich dann im Sommer 2014 abgeschlossen aber auch da musste beispielsweise vorab geschaut werden besteht die Möglichkeit die Räume zu wechseln. Da war nämlich noch ein alter Lastenaufzug wo man dann quasi Kartons drauf stellen konnte, der sich so seitlich ab klappte wo man dann quasi drauffuhr und dann von oben ein Bügel runter kam…

*Chrissy schmunzelt erstaunt*

Markus: … dass war auch in der ersten Zeit die einzige Möglichkeit in den zwei Jahren einen Raumwechsel zu vollziehen. Das heißt alle Fächer haben im Untergeschoss stattgefunden nur halt für Informatik, für den Computerraum, musste ich ins Erdgeschoss und da blieb mir auch nur die Möglichkeit mit dem Lastenaufzug, ich meine das hat funktioniert aber es war schon ein bisschen kurios, aber ich meine man muss dazu sagen, diese Schule hat sich im positiven Sinne mit mir ein Stück weiterentwickelt, denn wie das Glück es so wollte, war dieses Berufskolleg, wo ich mein Fachabitur gemacht habe, dann auf meinen Berufsschulbegleiter als ich dann im Januar 2015 meine Ausbildung begonnen habe. Muss man für die Zuhörer auch sagen, dass meine Ausbildung zwar in Summe eine duale Ausbildung war, wie man sie eigentlich kennt. Einzige Ergänzung war es, es war eine sogenannte Fördermaßnahme für Menschen mit Handicap, weil man muss dazu sagen nach meinem Fachabitur im Sommer 2014 hatte sich mal wieder als herausfordernd herausgestellt, trotz Fachabitur mit einem Schnitt von 2,1, also im oberen Segment angesiedelt, eigenständig eine Ausbildungsstelle zu finden und dann war aber abzusehen, dass die Möglichkeit bestand ab Januar 2015 eine duale Ausbildung zu machen. Das war aber quasi eine Dreiecksbeziehung in der klassischen dualen Ausbildung hat man ja einmal den Praktischen Ausbildungsbetrieb für den praktischen Teil und dann die Berufsschule. Aber da das eine Maßnahme war, die einen Träger brauchte war dann quasi noch ein Berufsförderungswerk, was ist ja in ganz Deutschland für Menschen mit Handicap ebenfalls gibt, wo dann halt als Maßnahmenträger so ein bisschen die die Übersicht dann darüber hatten, dass die Ausbildung entsprechend funktioniert, weil dieses Berufsförderungswerk hat sich auch als Träger der Ausbildungen dann darum bemüht, dass die Möglichkeit besteht im praktischen Teil auch in einem gängigen Unternehmen, ein Wirtschaftsunternehmen beispielsweise, zu haben sich dann selber nicht mehr drum zu kümmern sondern du wurdest halt auf deine Stärken so dahin gefördert, da wurde halt drauf geschaut, welche Möglichkeiten bestehen, wo ich den praktischen Teil dann absolvieren konnte. Wie gesagt die Berufsschule ist mit der Schule von meinem Fachabitur das Berufskolleg ist gleich geblieben und dann hat sich für den praktischen Teil bei uns in der Nähe eine Firma gefunden die quasi Baustoffhandel und Transporte gemacht hat, wo dann auch die Möglichkeit bestand mit wenig Aufwand mit dem Rollstuhl die Ausbildung zu absolvieren. Das dann z.b. möglichst ebenerdig alles schnell zu erreichen war. Da wurden dann z.b. anfänglich auch Ergänzungen vorgenommen wobei z. B. vom Flur ins Büro war so eine kleine Stufe, da hat man dann Rampen vorgelegt damit ich dann auch an den Arbeitsplatz kam und dann wurden natürlich, um mir den Arbeitsaufwand zu erleichtern, natürlich noch weitere Sachen am Arbeitsplatz ob die mir z.b. wurde mehr extra ein Art Teewagen, wie man ihn kennt wo man schon mal Sachen durch die Gegend fährt, der wurde umgebaut damit man da z. B. meinem Drucker draufsetzen konnte damit ich quasi von links nach rechts arbeiten konnte um Rechnungen zu schreiben also es wurde mir so gut es geht erleichtert und das auch begünstigt durch den Maßnahmenträger, dem Berufsförderungswerk, weil die halt immer dann geschaut haben, dass ich bestmöglich Arbeiten konnte.

Christin: Super

Katrin: Wow

Markus: Ich habe meine Ausbildung angefangen, das war im Januar 2015, und da war ich in in dem Berufskolleg drin. Ich kannte das da ja schon mit dem Lastenaufzug, weil man muss dazu sagen, dass ich den Mut an dieser Stelle in der Ausbildung auch hatte zu sagen, ich möchte meine Ausbildung mit zweieinhalb Jahren machen. Qualifikation war schon eine gewisse fachliche Basis da, wo ich gesagt habe, wenn die Möglichkeit besteht zu verkürzen, dann traue ich mir das auch zu und des Weiteren hatte ich keine Lust, sozusagen noch mal ein halbes Jahr in eine andere Klasse und meine Abschlussprüfung dann ein halbes Jahr später zu machen sondern ich wollte, weil in dem Zusammenhang im Sommer 2014 der 1. Ausbildungsjahrgang vom Kaufmann für Büromanagement begonnen hat. Wollte ich einfach zeigen, dass ich mit meinen Klassenkameraden zusammen den Abschluss mache und dann nicht noch mal ein halbes Jahr quasi noch mal wieder das ganze auffrische mit den anderen, sondern ich wollte mit meinen Klassenkameraden aus der Berufsschule zusammen den Abschluss machen – das habe ich dann auch durchgezogen. Man muss dazu sagen Kaufmann für Büromanagement war halt seit Sommer 2014 ein neuer kaufmännischer Ausbildungsberuf, für die Zuhörer da draußen ist das quasi so, dass man drei Berufe zu einem gemacht hat den, Kaufmann für Bürokommunikation, den Bürokaufmann und die altbekannte Bürogehilfe das waren ja sage ich mal bis 2014 bodenständige Berufe und man ist dann dahingegangen – durch den Kaufmann für Büromanagement hat man diese Berufe dann zu einem gemacht und dabei ja dann auch das sogenannte Prüfungssystem, war dann auch ein neues, wo man bisher oder auch heute noch in vielen Ausbildungsberufen eine einfache Zwischenprüfung hat, wo man halt einfach schaut, wie weit ist der Auszubildende nach der Hälfte der Ausbildung, wo steht der eigentlich, wo braucht er eventuell noch Unterstützung um die Ausbildung zu schaffen hat man das bei uns so gemacht, dass die eigentlich bekannte Zwischenprüfung schon zu einem Viertel als gestreckte Abschlussprüfung galt, so dass man quasi da Teil 1 draus gemacht hat, damit man hinten raus und das ganze ein bisschen entzerren konnte dass man dann quasi nicht noch eine computergestützte Prüfung in der schriftliche Abschlussprüfung hatte, sondern dass man sagt den Computerteil mit der Informatik zieht man vor und macht daraus Teil 1 und rechnet das schon zu einem Viertel als Endergebnis an. Damit sich dann die Schüler und die anderen Auszubildenden danach entsprechend besser fokussieren konnten und dann nicht am Ende mehrere Bereiche auf einmal lernen mussten.

Katrin: Wow, ich habe da noch eine Frage – hast du da jemals Assistenz benötigt, damals in der Schule Schulassistenz oder jetzt in der Arbeit – Arbeitsassistenz?

Markus: Man muss dazu sagen ich habe z. B. im Bereich Toilettengang, da habe ich dann als ich in der normalen weiterführenden Schule von Klasse 5 bis Klasse 10 war, da kam man in der Pause immer jemand vom Pflegedienst, der mir geholfen hat den Toilettengang zu absolvieren, weil ich da noch nicht so eigenständig war. Das hat sich dann mit der Zeit auch wieder gelegt, weil ich dann auch noch etwas stabiler war, um mich irgendwo festhalten zu können und das dann z.B. in der Berufsschule oder so auch eigenständig zu machen aber wie gesagt ich habe halt um es zu vereinfachen, und damit ich mir selber gesundheitlich nicht im Weg stand, weil ich gesagt habe ich schiebe das Ganze auf, hat man gesagt, dass ich dann auf der Hauptschule hatte ich dann immer wieder, dass in einer Pause der Pflegedienst kam damit es mir da leichter viel und ich da nicht gesagt habe „Nee ich möchte das nicht“ oder so sondern das war schon eine Erleichterung für mich.

Christin: Also hast du da schon gute Unterstützung bekommen. Das finde ich ja auch immer wichtig, dass man auch gute Unterstützung bekommt in diesem Sinne.

Markus: Ja dazu muss man sagen, ich bin so einer, der eine gewisse Grundmentalität hat – zuerst mal selber zu machen aber wenn eben es doch notwendig ist, bin ich der Letzte der sagen würde „Nee ich brauche keine Hilfe“ sondern da bin ich halt jemand der dann auch entsprechend Hilfe und Unterstützung annimmt.

Christin: Ist ja auch finde ich ja auch gut. Es ist ja auch wie gesagt – wir haben ja eine relativ oder wir wollen ja eine relativ breite Masse an Menschen erreichen, wo jeder unterschiedlich Erfahrungen hat und was uns auch wichtig ist, ist halt dass die Erfahrungen auch geteilt werden und vielleicht jemand der sich z. B. der jetzt noch sehr jung ist und gerade in der Schule ist und der sich bereits jetzt vorbereitet auf die weiterführenden Schulen und ein bisschen Angst davor hat oder Bedenken hat sich eben Unterstützung zu holen, dass man durch solche Erfahrungen die du gemacht hast den Leuten vielleicht auch so ein bisschen den Mut geben kann und sagst „Na mir ging es genauso aber ich habe es probiert, das war nicht so habe aber erstmal dann auch auf Unterstützung zurückgegriffen und dann ging das irgendwann auch alleine, dass man einfach den den Leuten da draußen, die es vielleicht in ähnlichen Situationen gibt mit Erfahrung vielleicht auch weiterhilft. Du hast über deine Schulzeit erzählt, über deine Ausbildung und dass du die auch erfolgreich abgeschlossen hast – wie ist das Leben jetzt.

Markus: Also jetzt ist es so, dass ich sozusagen aus meinen Erfahrungen, wo wir ja gleich auch noch darauf zu sprechen kommen, heraus eigene Projekte oder dieses Projekt, was mir sehr am Herzen liegt, iniziert habe was ich in diesem Jahr fertig werden wird, denn ich habe aus all diesen Szenarien die wir jetzt rückblickend besprochen haben habe ich ein Buch geschrieben um auch einfach mal Menschen mit Handicap oder was ich eben schon sagte auch ohne Handicap Menschen im Allgemeinen einfach mal abzuholen und zu zeigen was es eigentlich möglich, wenn ich eine Sache habe oder mehrere Sachen habe, woran ich Spaß habe und wie kann man das am Besten umsetzen und da habe ich quasi das ganze als Biografie aufgebaut, dass ich wirklich auch wie ich gerade geschildert habe meinen Werdegang von der Geburt über die Schule bis zur Ausbildung habe ich dann quasi alles wiedergegeben. Aus dem Sport heraus habe ich dann den gewissen Zeitpunkt gewählt, wo ich dann den Cut gemacht habe und gesagt habe bis hierhin schreibe ich das Ganze halt das ganze fest und jetzt befindet sich das ganze Projekt mit dem Buch quasi in der Realisierungsphase, weil ich auch da die Intention dahinter habe möglichst viele Leute, auch Leute die mich noch nicht kennen, abzuholen und denen einfach zu zeigen dadurch dass sie mein Buch lesen einfach zu zeigen was möglich ist und wenn die Situation es wieder zulässt bin ich auch gerne bereit zu sagen Büchervorstellung zu machen oder so ein bisschen wie jetzt hier auch meine Erfahrung dazu zu teilen, damit die Leute einfach mal sehen was ich für eine Person bin und wie ich das geschafft habe, um sich dann selber einen Weg zu suchen und eine Basis zu suchen zu sagen das interessiert mich, da brenne ich für da habe ich Spaß dran und da kann ich meinem Schicksal sozusagen wieder entfliehen, weil es gibt ja auch bei Menschen ohne Einschränkungen immer mal wieder Situationen die einen zurückwerfen aber dann – gerade dann – sollte man in der Lage sein seine Begeisterung zu bündeln und wie jetzt auch in der aktuellen Situation weiterhin dran zu glauben und zu sagen es geht weiter ich habe immer noch Spaß da dran und daran ziehe ich mich wieder hoch.

Katrin: Hmmmm um auf die aktuelle Situation einmal zu sprechen zu kommen – wie hat sich denn dein Leben mit Covid-19 verändert?

Markus: Ein Stück weit entschleunigt hat es schon, aber ich komme aus einer Reitsportfamilie und Pferde spielten bei uns schon immer eine große Rolle. Deshalb habe ich von Kindesbeinen an, sobald es möglich war, habe ich auf dem Pferd gesessen bzw ich konnte da noch gar nicht wirklich laufen da habe ich schon bei meinem Brüdern oder bei meinem Vater schon mal vorne drauf auf dem Sattel gesessen und bin da mitgeritten und ich war auch immer der letzte der gesagt hat, mein Vater beispielsweise selber Springreiter, bei uns sind seit mehreren Generationen Springreiter in der Familie und ich habe nicht gesagt „Nein ich habe Angst davor ich möchte nicht mehr über den Sprung“ ich habe vorne auf dem Pferd gesessen im Sattel und mein Vater ist gesprungen und ich habe gesagt „Jo mach’“ und dann bin ich mit meinem Vater vorne drauf dem Sprung gesprungen – das war mir ziemlich egal ich habe gesagt „Ich mache das mit, ich möchte vorne drauf bleiben“ und man muss dazu sagen so hat sich das durch Covid-19 hat sich bei mir quasi die Tugend des Reitens wieder hervorgetan und generell kann ich Euch sagen, nun gut jetzt ist ja im Pferdebereich ist ja leider Gottes mit dem Herpes noch meine Entschleunigung eingetreten aber sobald das vorbei ist, möchte ich auch wieder die Möglichkeit suchen und sagen ich möchte wieder reiten wenn man muss dazu sagen bevor wir gleich weiterhin noch mal im Allgemeinen auf den Reitsport zu sprechen kommen, möchte ich das einfach erstmal vorwegnehmen, denn auch aus dieser Situation heraus hat sich etwas ergeben, wo ich zunächst alle anderen mal für verrückt erklärt hätte, wenn die betreffende Person das Ganze tatsächlich gemacht hätte, da hätte ich gesagt „Nee ist nicht“ aber durch meine positive Art und Weise, wo dann halt gefühlt gerade im Reitsport Sportler auf mich zukommen die sozusagen alles gewonnen haben, die größten Turniere, die man sich vorstellen kann wo sie siegreich waren, die Medaillen auf Weltmeisterschaften geholt haben, wenn diese betreffenden Personen dann in diesem Zusammenhang, dass ich letzten Sommer wieder geritten habe auf einen zukommen, wenn ich Lust hätte und wenn es passt kann ich sie mal besuchen, dass ich dann sage ich bin natürlich dabei aber dass die betreffenden Person dann hingeht und mir nicht nur die Tour nicht nur die Tür für einen Besuch aufmacht sondern dann auch noch sagt ich wäre da noch ein Pferd finden wo du drauf reiten kannst, ist das schon was besonderes und wenn ich jetzt den Namen nenne – es wird nämlich, Janne Friederike Meyer sein, dann weiß die Christin ganz genau welche Person ich nämlich meine und fühle aber das sind halt so Situation wo ich sage „Okay mir wird die Möglichkeit gegeben“ und dass ich mir dann meine eigene Ideen nehme, wo ich sage „Okay ich hätte das im besten Falle gerne so und so“.

Christin: Ja sehr gut – Janne ist toll – ich habe sie tatsächlich schon mal getroffen, als sie bei uns im Reitstall ein Pferd gesucht hat, in meiner Ausbildung. Da war sie, ich war ja in Schleswig-Holstein in der Ausbildung und habe ja da die Zucht gemanagt von Hamm Kamelen und ja, da hatte sie damals eine zeitlang ein Pferd gesucht – total tolle Frau. Genau – um noch mal dieses ganze aktuelle Thema um Covid-19 abzurunden – es ist schön, dass du auf jeden Fall da auch Positives mit raus nimmst. Man merkt schon ganz ganz eindeutig, dass du ein sehr positiver Mensch bist und finde das auch unglaublich bewundernswert, dass du auch aus der Situation so viel Positives nimmst – also da kennen wir andere Erfahrungen oder haben andere Erfahrungen gemacht, wo die Leute halt leider nicht ganz so positive Erfahrungen mit rausgenommen haben aus der Situation deswegen an der Stelle, ja total schön, dass du das so positiv siehst und wir hoffen natürlich, dass sich das auch für alle Menschen auf der Welt irgendwann einmal beruhigt und auch Turniere wieder stattfinden, abgesehen von dem Herpesvirus, was die Leute, die keine Ahnung vom Pferdesport haben, natürlich nicht ganz beurteilen können außer die, die das aus der Presse mitbekommen haben. Aber da müssen wir ja gar nicht ins Detail gehen, aber auch unabhängig davon hoffen wir natürlich das Turniere dann auch bald wieder stattfinden und wie ist denn eigentlich da fällt mir ein ehmmm, dadurch das in Berlin ist es jetzt so, dass jetzt die ersten Impfungen auch für die Risikogruppen gestartet sind, die ja ursprünglich im Impfplan vergessen wurden. Wie ist jetzt die momentane Situation bei dir mit dem Impfen? Du bist ja auch im anderen Bundesland.

*Chrissy lacht*

Markus: Man muss dazu sagen, dass ist ein ganz ganz wichtiges Thema, was du da gerade ansprichst, weil da kommen wir auch wieder so ein bisschen auf eure Intension drauf zurück, die ihr mit diesem Podcast so ein bisschen verbindet. Denn es ist tatsächlich so, dass Personen wie ich es bin, die zwar ein Handicap haben, aber die ein freies und eigenständiges Leben führen, dass die quasi noch nicht wirklich ja was Risikogruppe angeht erstens da nicht berücksichtigt worden sind und zweitens weil ich ja noch zu der „Young Generation“ gehöre sowieso noch ein bisschen hinten anstehe sozusagen – aber ich möchte da tatsächlich auch mal ein aktuelles Thema aufgreifen das gerade in diesem Bereich auch so ein bisschen allgemeine Undurchsichtigkeit herrscht, weil ich am vergangenen Wochenende noch mit einer anderen Bekannten von mir kommuniziert habe, die arbeitet in einer Kinder- und Jugendeinrichtung, und da gab es auch so ein bisschen Schwierigkeiten und wenn die schon sagt, dass man da in der aktuellen Situation schon mit Kinder und Jugendlichen zu tun haben, die körperliche, psychische und auch geistige Einschränkungen haben und da ist schon schwierig überhaupt einen Weg zu finden mit der Impfung und auch gerade für die Mitarbeiter in diesem Falle, weil ja gewisse Systemrelevanz vorhanden ist, wenn da schon die Probleme bestehen, dann weiß man eigentlich, dass eine freie Person wie ich es in dem Falle bin, dass da noch auf sich warten lässt bis ich überhaupt die Möglichkeit bekomme, überhaupt die Chance zu haben geimpft zu werden.

Christin: Also ist das bei euch nicht so, dass ihr es die Möglichkeit hat – also denn meine Arbeitgeberin ist tatsächlich schon geimpft. Das LaGeSo in Berlin hat jetzt quasi die Impfungen freigeben. Freigeben ist vielleicht ein blöd gewähltes Wort, aber man konnte sich quasi beim LaGeSo melden und mit einem ärztlichen Attest hat man die Einladung zur Impfung bekommen und damit konnte man dann halt dann Impftermin machen. Meine Arbeitgeberin ist vor – ich glaube vor anderthalb Wochen geimpft worden. Ich kenne auch noch jemand anderen in Berlin der jetzt ebenfalls geimpft wird – deswegen staune ich, dass es in NRW dann anders ist das und das finde ich halt auch eine schwierige Sache. Wir wohnen in einem Land und es gibt so viele Unterschiede, was ich halt einfach nicht verstehen kann warum ist das in Berlin so, aber ich wohne ja in Mecklenburg- Vorpommern ist das wieder ganz anders und dann ist es bei dir noch anders das ist verstehe ich halt nicht.

Katrin: So viele Regeln und niemand sieht durch.

Markus: Ich glaube da müsste man gefühlt – weiß ich was für Studiengänge haben um das überhaupt alles relativieren zu können – in meinen Augen – um das Ganze entsprechend für sich einordnen zu können, weil ich habe noch nicht eine Info bekommen, dass für mich jetzt die Möglichkeit bestehen würde, mit einem Attest, die Chance auf eine Impfung zu haben.

Katrin: Hast du dich mal bei deiner Krankenkasse dahingehend erkundigt.

Markus: Bei mir ist das ja so muss man dazu sagen, dass ich ja eigenständig versichert bin, weil ich ja nach meiner Ausbildung, nach der Jobsuche, habe ich ja letzten Sommer den Schritt in die Selbständigkeit gewagt, auch mit Bezug auf den Reitsport und da ich ja bin ich eigentlich quasi selbst versichern. Von meiner Krankenkasse habe ich da noch keine Info bekommen muss man dazu sagen.

Christin: Dann ist das jetzt die Stelle, an der alle sich dafür stark machen, dass das noch bekannter wird. Es wird sich ja schon sehr dafür eingesetzt, aber an der Stelle muss man jetzt wirklich noch mal ausdrücklich betonen, dass das echt wichtig ist, dass sich dafür eingesetzt wird, weil so wird ein normales Leben in dem Sinne wie wir es vor anderthalb Jahren kannten auch erst recht nicht möglich sein. Das hatten wir ja auch schon thematisiert, in Folge 1, wenn sich all die Menschen gerade in der Risikogruppe, die eben nicht in Pflegeheimen sind, sondern eben ein selbstbestimmtes Leben führen, sich so zurückziehen und das so vergessen wird – das funktioniert ja nicht – da muss definitiv darüber gesprochen werden, das kann ja nicht einfach unter’n Tisch gekehrt werden und wenn – das es halt schlimm ist, wenn es halt in Berlin funktioniert, aber es ist genauso schlimm dass es eben in NRW einfach noch nicht funktioniert, ne. Aber genau, um da einfach nicht weiter aus zu schweifen. Bitte liebes Gesundheitsamt kümmert Euch doch bitte noch besser darum.

Markus: Dem kann man eigentlich nur beipflichten, damit wenigstens von manchen Seiten auch die Möglichkeit besteht die Situation im Allgemeinen schnellstmöglich in den Griff zu kriegen, aber da muss halt von Entscheidungsträgern auch Handlungsgeschwindigkeit reinkommen, damit man auch geordnet die Chance hat zu sagen wir geben genügend Leuten die Möglichkeit.

Christin: Definitiv. Ja.

Katrin: Um jetzt mal das Thema abzuschließen und jetzt endlich zum Reitsport zu kommen, weil ich kenne mich mit dem Reitsport nämlich so gar nicht aus. Ich habe gelesen dass du auch Turniersprecher bist und da wollte ich mal fragen wie es denn dazu gekommen und seit wann machst du das?

Christin: Erzähl’ vielleicht den Leuten vorab erst einmal was ein Turniersprecher macht. Ich weiß das und dadurch, dass Katrin mich ja auf vielen Turnieren auch schon begleitet hat und da auch unseren Verein immer mit unterstützt weiß sie das auch, aber viele, die wirklich gar nichts vom Reitsport wissen, wissen vielleicht auch gar nicht was ein Turniersprecher überhaupt ist.

Markus: Ja ich erkläre das Ganze natürlich sehr gerne. Ein Turniersprecher ist quasi nichts anderes wie ein Moderator für eine Quiz Sendung oder wie man die aus diesem Bereich kennt. Ein Turniersprecher ist quasi dafür da, den Zuschauern und auch Teilnehmern den Sport so ein bisschen aus einer allgemeineren Perspektive, näher zu bringen, weil er ist z.B. auch auf kleineren Turnieren so ist, dass manchmal die Wertungsrichter, die die Wettbewerben beurteilen schon einmal das Mikrofon in der Hand haben passt, aber auf größeren Turnieren im besten Fall vermieden werden soll, da sie sich halt auf ihre Aufgabe konzentrieren sollen, die gesehenen Leistungen oder die Prüfung, die da gerade absolviert wird zu beurteilen nach den entsprechenden Richtlinien und deshalb ist es auf den größeren Turnieren, auf größeren Veranstaltungen, quasi so, dass ich dann als Moderator wie z. B. auch bei einer Quizsendung eben den Sport an die Teilnehmer und auch Zuschauer versuche zu vermitteln und natürlich auch schon, je nach Situation, so wie wir es jetzt hier haben, mit allen Möglichkeiten den Leuten auch den Sport zu erklären, damit für die Leute selber die Möglichkeit besteht sich mit den Reitern, Teilnehmern aber auch mit den Anforderungen, die die Teilnehmer absolvieren, zu identifizieren. Um die Geschichte damit anzufangen wie es eigentlich dazu kam, denn das war genau genommen der Oktober 2015, als ich Urlaub hatte und gesagt hatte okay, ich fahre jetzt mal ein Profi Turnier unter der Woche angucken, weil es gibt ja die Möglichkeit, genauso wie in anderen Sportarten, dass Profis manchmal Wettbewerbe und Prüfungen absolvieren wollen, die viel unterwegs sind und die finden manchmal sehr kurzfristig geplant auch unter der Woche statt und da war ich dann halt im Oktober einen Mittwoch auf einer solchen Veranstaltung. Derjenige der das Mikrofon in der Hand hatte nicht so ganz spontan war, weil es kann ja schon mal vorkommen man hat ja bei solchen Wettbewerben eine Startreihenfolge und es kann aus irgendwelchen Gründen schon mal sein, dass sich diese Startreihenfolge verschiebt, dass einer dann ein Esel verloren hat und dann noch ein bisschen mehr Zeit in der Vorbereitung braucht oder was auch immer und da waren halt zwei Reiter in der Bahn wo der, welcher das Mikrofon hatte nach seiner Liste gegangen ist wo die Reiter dann gesagt haben „Nee, der andere ist aber jetzt zuerst dran“. Wo es dann quasi zu einer Verwechslung kam und genau an dieser Stelle hat dann ein Bekannter von mir, kam dann zu mir und meinte ob ich nicht die nächste Veranstaltung bei ihm, auch so ein Profi-Turnier, Anfang der Woche übernehmen wollen würde am Mikrofon, weil ich halt aus meinen Erfahrungen heraus und von den Turnieren, wo ich schon war, weil ich halt die Reiter dann auch persönlich kennen würde und dann auch nicht Gefahr besteht, dass ich die verwechselt würde wo ich dann gesagt habe ich hätte Interesse daran, ich mache das gerne und so hat sich das dann ergeben, dass ich im November 2015 zum Ausprobieren halt so eine Profiveranstaltung an einem Montag, und da habe ich mir dann auch extra Urlaub für genommen, dass ich diese dann zum Ausprobieren gemacht habe und da kam halt schon so ein positives Feedback, wo erste betreffende Reiter auch gesagt haben wäre schön wir dich jetzt öfters dabei haben und so ging das dann weiter, dass ich im Jahr 2016 meine erste Saison sozusagen gemacht habe, wo ich verschiedenste Veranstaltungen über das ganze Jahr als Sprecher betreut habe. Das hat sich ja bis zum Jahr 2019 dann soweit gesteigert, dass ich insgesamt bis jetzt 40 Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet betreut habe, von unten vom Nordschwarzwald angefangen bis nach Bayern runter, und ich war sogar schon in Sprecherfunktion in Mecklenburg- Vorpommern – in Groß Viegeln – tätig und das hat sich wie gesagt ausgeweitet auf’s gesamte Bundesgebiet. Stand jetzt sind es 40 Veranstaltungen vom breiten sportlichen Wettbewerb bis hin zum Spitzensport, sowohl national bis zur schwersten Klasse, aber auch durfte ich schon zwei Einsätze auf internationaler Ebene verbuchen und auch da war ich ein bisschen selbst überrascht dass ich quasi die Möglichkeit bekommen habe da bei dem internationalen Wettbewerb mitzumachen, weil ich in dem Falle nicht damit gerechnet habe. Das war so mein erster internationaler Einsatz. Der war halt im April 2019, wo ich auf Einladung vom Multi-Champion der Vielseitigkeit, Michael Jung, bin ich nach Radolfzell am Bodensee gefahren, weil da mein Turnier war und ich immer mal wieder gesagt habe ich möchte gerne mal in die Vielseitigkeit hinein schnuppern und da habe ich dann halt die Gelegenheit genutzt so ein ganzes Wochenende in der Vielseitigkeit einfach mal zu erleben. Denn man unterscheidet im Reitsport ja einmal zwischen den Springreitern, die ihre eigene Disziplin haben, den Dressurreitern, die ihre eigene Disziplin haben und die Vielseitigkeit ist ja quasi Dressur, Springen und dann kommt als dritte Disziplin halt noch das Geländereiten dazu und ich wollte halt immer mal so ein komplettes Wochenende erleben, wo ich dann gesagt habe „Ich bin dabei“ als sich die Möglichkeit geboten hat und so überraschend das Ganze dann auch war ich kam… Man muss dazu sagen, wenn ich größere Touren mit dem Auto mache gibt es schon mal Situationen, wo ich dann Stopover mache und ich bin dann quasi mittwochs losgefahren und habe dann einmal an der Raststätte übernachtet um dann donnerstags weiterzufahren und war dann halt donnerstags zum Beginn der Veranstaltung, wo die Vielseitigkeitsreiter dann immer mit der Dressur anfangen war ich halt vor Ort und nachdem ich halt mein Campingmobil aufgebaut habe, weil auf dieser Stelle möchte den Zuhörern auch die Möglichkeit geben, dass ich in solchen Situationen auch ziemlich spontan bin und nicht zwangsläufig in ein Hotel zum Übernachten muss, sondern mir reicht einfach nur ein Stellplatz mit Stromanschluss und dann mache ich quasi meinen Kofferraum zum Bett. Indem ich an meinen Kofferraum noch eine Spanplatte dransetze, damit ich dann eine 2 m Liegefläche habe, wo ich dann quasi drin campen kann und dann kommt dann zum Schutz am Kofferraum vorbei noch ein Zelt drüber. Es gibt ja von VW und so weiter die serienmäßigen Zelte, die man hinten am Kofferraum ranmachen kann, die macht man oben im Kofferraum Schloss fest oder und unten mit Zelt-Nägel, die man so kennt beim Campen, macht man im Boden fest und damit habe ich auch schon die ein oder andere Geschichte fertiggebracht, das heißt ich habe halt Flexibilität, dass ich mir mal das selber bauen die ganze betreffenden Personen, die Reiter und so weiter die sind dann selber überrascht, dass ich tatsächlich so positiv verrückt bin, es mir so einfach wie möglich zu machen und wie gesagt wir hatten dann mein Auto entsprechend aufgebaut und dann, wie man das so macht an solchen Turnieren, verschafft man sich natürlich erstmal einen Überblick. Wie ist es überhaupt am Start und so war es dann, dass ich mit der Lebensgefährtin von Michael Jung mich auf dem Weg machte zur Meldestelle, das Büro wo man quasi wo man alle Informationen auf jedem Turnier bekommt, wo auch die Starterlisten ausgegeben werden und wir waren dann quasi auf dem Weg die Listen zu holen und als auf dem Weg dorthin mein einer Kollege sozusagen, ein englischer Kollege, von mir dann entgegen kam und mich fragte, ob ich nicht Lust hätte am Samstag die Geländestrecke als Moderator mit zu begleiten, also die beiden Kollegen dann entsprechend zu unterstützen, dass wir das Ganze zu dritt machen, da habe ich natürlich direkt gesagt ja machen wir wo ich im ersten Moment gar nicht damit gerechnet hatte aber die Bestätigung kam dann eigentlich auch, weil im Nachhinein wurde das auch tatsächlich von betreffenden Reitern auch sehr positiv aufgenommen. Und das war halt schon wieder so eine schöne Sache. Du hast dann da das erste internationale Turnier gesprochen du bekommst vom Veranstalter positives Feedback und eine Woche später auf einem anderen Turniere wo dann wieder vorrangig Dressur und Springen war, kam dann Ingrid Klimke die selbst Vielseitigkeitsreiterin ist kamen auf mich zu und sagte mir dann noch mal im Nachhinein ich hätte das gut gemacht, weil die dann an diesem Wochenende mit ihren Dressurpferden unterwegs war, wo ich das Wochenende davor halt auch im Vielseitigkeitssattel unterwegs war. Das war halt dir eine Geschichte und das war halt auch so mein erster kompletter Einblick in die Vielseitigkeit, weil ich dann wirklich alles bekommen habe – ich habe alle drei Disziplinen mal verfolgen und auch aktiv mitgestalten können, aber ein Michael Jung hat auch sich die Gelegenheit nicht nehmen lassen, sich einen Golfcart vom Veranstalter zu nehmen und mit mir die Geländestrecke abgefahren ist und an jedem Hindernis vorbei wo die dann drüber geritten sind und ich war da natürlich so clever und habe die Videokamera mitgenommen und habe daraus ein Video gedreht, was man auch auf meinem auf meinem YouTube-Kanal – Reitsport Videos Markus Claßen – findet und da ist noch das ein oder andere weitere Videos, wo halt einfach Momente da waren, die ich im Reitsport erlebt habe und ich gesagt habe, die muss man mit der Videokamera einfach festhalten, weil besser kriegt man sie nicht geboten – noch mehr aus der ersten Reihe dabei zu sein.

Christin: Wir werden es auf jeden Fall werden wir dein YouTube Channel verlinken, das auch jeder der das jetzt gehört hat und daran Interesse hat sich das bei dir auf YouTube dann natürlich auch mal angucken kann.

Markus: Das hört sich sehr gut an. Man sagt ja auch auf dem auf dem ersten Streich folgt dann der zweite sogleich und so hat das dann noch nicht lange auf sich warten lassen, dass ich auch meinen zweiten internationalen Einsatz dann bei den Springreitern machen durfte und das war quasi im Oktober 2019 und das war keine geringere Veranstaltung als ein internationales Turnier bei Ludger Beerbaum, der ja der erfolgreichste deutsche Nationenpreis-Reiter bei den Springreitern ist und zwar war das so, dass das bei meinem fantastischen Sommer 2019, wie ich ihn erleben durfte, ich drei Wochen am Stück in Sachen Reitsport unterwegs war. Zunächst auf einem nationalen Turnier in Hagen am Teutoburger Wald, wo ich auch als Sprecher tätig war und dann im Verlaufe des Wochenendes kam dann quasi das Team rund um Ludger Beerbaum, die kamen dann auf mich zu, und haben mich tatsächlich gefragt ob ich nicht Lust hätte im Oktober auf dem Hallenturnier bei denen auch als Sprecher tätig zu werden, wo ich dann natürlich auch gesagt habe „Klar mache ich gerne“ und so hat sich das dann ergeben, dass ich da auch im Oktober 2019 gleich meinen zweiten internationalen Einsatz als Sprecher erleben durfte. Man muss dazu sagen während ich in Radolfzell so einfach wie möglich hier vor der Sprecherkabine aus dem Rollstuhl heraus moderiert hatte, habe ich dann halt da ganz klassisch vom Richterturm auß die Moderation gemacht und da musste ich ja auch Treppenstufen absolvieren und das ist ja, wenn ich was zum Festhalten habe kann ich mich überall fortbewegen und das Positive an der ganzen Sache war das quasi alle, die involviert waren, egal ob Richter, Parcours-Bauer oder auch mein Sprecher-Kollege, jeder wollte mir helfen, damit ich so einfach wie möglich die Treppenstufen bewältigen konnte und das ist eigentlich auch so der positive Flow, dass die Leute, die mich sehen, dass sie sich dann auch entsprechend anbieten um es mir so einfach wie möglich zu machen obwohl die meisten sich mittlerweile bewusst sind, dass ich immer erst ein Stück weit alleine probiere, weil ich halt ein ehrgeiziger Mensch bin, der sich sagt erstmal versuche ich das Ganze alleine zu bewältigen.

Katrin: Hmmmmm du bist auf jeden Fall ein kleiner Abenteurer. Es ist super interessant dir zuzuhören.

Markus: Ja, wenn ihr wollt kann ich euch noch mehr solche Geschichten erzählen, und zwar als ich von dem Turnier im Hagen nach Hause kam, hatte es sich so ergeben, dass ich tatsächlich ja 2 Europameisterschaften im Reitsport persönlich erleben durfte. Ich meine für jeden Sportbegeisterten, unabhängig vom Reitsport, sondern im Allgemeinen, ist es ja schon eine Ehre, ein Großevent – wie Europameisterschaften, Weltmeisterschaften als Zuschauer erleben zu dürfen – aber ich hatte die Ehre sogar mittendrin statt nur dabei zu sein. Nach dem Turnier in Hagen hatte sich nämlich direkt die Europameisterschaft in Dressur und Springreiter in Rotterdam angeschlossen und so war es nämlich dann auch so, dass für Rotterdam das Ganze eigentlich auf meiner großen Heimveranstaltung beim Weltfest des Pferdesports in Aachen seinen Lauf genommen hat, denn da bin ich Seite 2017 jedes Jahr auch mit einer Akkreditierung mittendrin statt nur dabei gewesen. Selbst seit meinem ersten Jahr 2014, seitdem ich mein Auto habe, bin ich jedes Jahr mit einer Dauerkarte dahin gefahren, weil ich gesagt habe wenn du die Möglichkeit hast dann musst du das auch ausnutzen und wenn du dann z. B. 2019 am Schluss des CHIO in Aachen gehst du noch mal zu den Pferden in den Stall, du gratuliert dem Sieger im Großen Preis von Aachen und sprichst dann mit betreffenden Personen und die Pfleger sagen dann „Ja sprich doch meinen Reiter an, der macht dann bestimmt was möglich ist“ dann bist du natürlich motiviert das auch zu machen und ich bin natürlich einer der jenes kleinste Körnchen was ihm im Leben in den Weg gelegt wird dann auch versucht zum Wachsen zu bringen indem er versucht die Situation in die Realität umzusetzen und so hat sich das dann ergeben, dass dann quasi am Samstag, als ich als ich in Hagen war die Bestätigung kam, dass ich in Rotterdam dabei sein darf. Dann bin ich dann sonntags von Hagen heimgefahren, habe dann quasi einmal meine Montur gewechselt, einen neuen Koffer gepackt und bin am Montag direkt nach Rotterdam zur Europameisterschaft aufgebrochen – habe da wirklich 7 Tage Sport vom Feinsten erlebt. Durfte alle Parcoure, die die sich den Springreitern in den Weg stellten, durfte ich mir angucken. Ich habe mich mit den Offiziellen vom Weltverband unterhalten, also ich durfte da wirklich alles ausleben, aber wie einige vielleicht den Spruch kennen – wenn man einmal seinen Traum leben darf es ist schon schön aber wenn man die Möglichkeit hat das Ganze dann zweimal zu machen sollte man nicht zögern und so war dann gleich eine Woche später die Europameisterschaft der Vielseitigkeitsreiter. Ich bin sonntags von Rotterdam mit positiven Erlebnissen und mit Momenten abgereist, wo ich gedacht habe „ok ist ja schon besser besser gewesen als Du erwartet hast“. Habe dann Montag generiert auch einmal Klamotten getauscht und bin dann dienstags auf die Europameisterschaft in der Lüneburger Heide zu den Vielseitigkeitsreiter gefahren und auch da habe ich natürlich alles mitgenommen vom ersten Training, über die Dressuren, über die Motivation der Pferde, über mich selber durch’s Gelände im Rollstuhl so ein bisschen durchzukämpfen um mir gewisse Hindernisse anzugucken, weil das ist auch so eine Sache, die ich auf den Turnieren im Allgemeinen immer gerne mache, wenn ich weiß ich habe die Möglichkeit dann schaue ich mir natürlich auch die Herausforderungen und die Anforderungen an, die sich den Reitern in den Weg stellen und das war mir egal, ob ich durch die Heide ein Stück weit durch den Sand durch musste, ich habe es durchgezogen und ich habe mir halt die wichtigsten Stellen angeschaut.

Christin: Da kommt mir eine Frage Markus – ehmmm ich muss da immer was dazwischen fragen um wieder auf dieses große ganze Thema zu kommen. Wie, was würdest du, was sagst du zu dem Thema Barrierefreiheit auf den Turnieren. Das ist eine Sache, die wir ja auch noch mal beleuchten könnten – hast du da einen Tipp an die Veranstalter und müssten ja auch nicht die größten Turniere sein aber auch kleine Turniere. Was ist wohin sollte der Weg gehen zur Barrierefreiheit auf den Turnieren oder Sportveranstaltungen.

Markus: Generell sollte es dahin gehen, sage ich jetzt mal, gerade im ländlichen Bereich, dass man vielleicht, kommt auch auf die Situation drauf, an aber dass man halt schaut bei gewissen Orten oder Veranstaltern, dass die eben schauen, dass sie es den Menschen mit Handicap so einfach wie möglich machen, weil da gebe ich euch vollkommen Recht dass man halt immer wieder so ein bisschen mit den Gegebenheiten zu kämpfen hat. Ganz egal ob Rollstuhl oder Rollator es ist ja so eine Sache, dass irgendwohin manchmal Gras oder Sand vorhanden ist, klar kannst du nicht überall pflastern sage ich es mal so, aber es sollte zumindest eine gewisse Trasse geschaffen werden, dass Menschen mit Handicap die Möglichkeit haben sich mit einfachem Aufwand fortzubewegen und nicht gegen Löcher oder sonst etwas anzukämpfen haben. Es ist mir auch bewusst, dass das nicht überall zu realisieren ist aber generell ist Potenzial da um es solchen Menschen halt einfacher zu machen, damit die eben weniger verärgert sind, dass sie dann nachher sagen „Ja jetzt haben wir schon mal die Veranstaltung besucht, aber war jetzt nicht so optimal für uns – wer weiß ob ich noch mal dahin fahre“. Also da sollte man schon so einfach wie möglich Denken und Erleichterungen ermöglichen, weil ja nicht nicht jeder so eine Kämpfer Mentalität hat wie ich. Egal was für ein Untergrund ich boxe mich schon irgendwie da durch mir z. B. ist es vollkommen egal ob Sand oder was auch immer ist. Ich versuche mich trotzdem da durchzukämpfen, aber es gibt halt andere, die wirklich nur an einen bestimmten Platz dann kommen wollen und guten Überblick zu haben aber verärgert sind, wenn es dann halt schon schwieriger ist und du kannst auch nicht jeden Grasweg oder so, kannst auch nicht mit Hobelspänen auslegen, weil das auch nicht die einfachste.

Christin: Nein um Gottes Willen – ja aber man darf ja auch nicht nur, wenn man Barrierefreiheit ist ja auch gerade auch für ältere Menschen ,also die kommen durch den Sand mit dem Rollator natürlich sehr schwierig aber als kleines Beispiel ist es, was ich schonmal gesehen habe, was ich sehr schön fand, ist die Lösung mit einfachen Paletten Sandwege zu überbrücken. Zumindest oder auch an der Tribüne einen extra Bereich abzusperren – eben für Menschen mit Handicap oder einen Platz zu schaffen der barrierefrei zugänglich ist. Das ist organisatorisch möglich. Dadurch, dass ich ja selber auch schon Veranstaltungen mit organisiert habe und diese Lösung mit den Paletten war z. B. sehr schön – also wenn das zufällig irgendwann mal ein Veranstalter hört, der Turniere ausrichtet – Paletten sind für jeden begehbar oder eben auch mit dem Rollstuhl befahrbar Elektrorollstuhl, Handrollstuhl mit dem Rollator ist das möglich, mit Krückstock ist das möglich.

Markus: Ja, da habt ihr vollkommen Recht. Vor allen Dingen darfst du eines nicht vergessen – es gibt ja immer noch im Handicap genug Leute die trotz ihres Handicaps ziemlich eigenständig unterwegs sein können und dann sollte man z. B. an so mobilen Sitzplatz Tribünen beispielsweise an den Treppen auch vielleicht mal so aus Metall einen Griff dran machen, damit sie auch die Möglichkeit haben, sich etwas höher zu setzen, weil es kann ja nicht sein, das hatte ich z. B. mal als ich in Warendorf war auf einer Veranstaltung, dass ich an so einer Tribüne rangefahren bin im Rollstuhl und habe dann den Wechsel gemacht und habe mich in die normale Sitzschale gesetzt. Aber ich hätte es auch schon gerne gehabt, wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte okay ich gehe jetzt dahin zwei Stufen höher um drüber zu gucken, weil dann hast du meistens das Problem, wenn du unten in der ersten Reihe sitzt – je nachdem wie die Tribüne gebaut ist – dass du dann mit einer Stange oder gerade drüber guckst da soll ich dann sagen, dass man sagt okay man nimmt so Metallgriffe, die man irgendwie an die Stufen dran macht, die man flexibel an- und abschrauben kann.

Christin: Ja definitiv. Also das finde ich auch ganz ganz wichtig, dass es immer noch, obwohl wir im Jahre 2021 leben, mir immer wieder aufgefallen ist, dass gerade bei Sportveranstaltung – speziell, da wir ja jetzt über den Reitsport reden – da wirklich noch sehr viel Verbesserungsbedarf ist. Wenn es da Leute gibt, die sich da mit stark machen wollen, dann schreibt doch bitte den Markus oder schreibt uns, damit wir vielleicht ein bisschen dran arbeiten können das Ganze zu verbessern.

Markus: Weil wir wollen ja oder das allgemeine Ziel ist es ja einer jeden Sportart möglichst viele Leute für diesen Sport zu begeistern, also warum sollte man da nicht die entsprechenden Schritte auch einleiten, da gebe ich euch vollkommen recht.

Christin: Ja natürlich, die Veranstaltung lebt von Zuschauern und wenn keine Zuschauer da sind, dann gehen die Veranstaltungen irgendwann unter. Ziel ist es eine Lösung zu finden, wo alle etwas Positives von haben.

Markus: Das ist auch so, weil selbst die Sportler sagen ja ,die werden von den Zuschauern getragen und es ist halt noch mal was anderes vor Zuschauern seinen Sport auszuüben und sich dadurch noch ein bisschen zusätzlich zu motivieren, als es in der zurückliegenden Zeit oder auch aktuell häufiger der Fall war, wo die Sportler eben nur unter sich waren.

Christin: Ja Markus die Zeit verfliegt. Was wir aber noch sehr gerne von dir wissen wollen ist natürlich etwas über dein Unternehmen was du hast.

Markus: Ja wie vorhin schon gesagt habe ich mich im Sommer 2020, also im letzten Jahr, mit Reitsportbedarf selbstständig gemacht, weil ich halt aus einer Reitsportfamilie komme und weil wir selber einen Pensionsstall haben, wo Pferde sind und weil ich dem Sport halt so verbunden bin – habe ich gesagt, dass es was was ich gerne machen möchte und wie gesagt wir auch in der Folge schon mehrfach angekündigt ist es halt schwer für meine Person mit Grad der Behinderung von 100 eine langfristige Perspektive auf eine Vollzeitstelle zu bekommen, so dass ich gesagt habe ich versuche jetzt gerade mit dem Reitbedarf so ein bisschen meinen eigenen Weg zu gehen, auch wenn da gerade in der jetzigen Zeit quasi doppelter Mut zugehört, aber ich wollte schon immer was mit Pferden machen und deshalb habe ich mich halt mit Pflegeprodukten für die Pferde, mit Pflegeausstattung fürs Equipment von den Reitern, für Sattel, Trense, für Futtermittel und auch mit Stallbedarf habe ich mich selbständig gemacht, weil da auch meine Intention hinter steckt und die fängt so langsam an Früchte zu tragen, dass ich ein Stück weit den Reitern etwas zurückgebe für das was sie mir bisher geboten haben und was sie mir auch sobald wie möglich wieder bieten werden, dass ich dann quasi etwas zurückgeben kann.

Christin: Ja super – sehr schön. Eine sehr schöne Idee. Können, natürlich ist auch hier die Frage in der heutigen Zeit, es wohnt ja nicht jeder bei dir in der Nähe. Also besteht die Möglichkeit, dass die Leute über dich auch Futtermittel oder Pflegeprodukte beziehen und du die verschickst

Markus: Diese Möglichkeit besteht ebenfalls. Ich habe eine Internetseite, die nennt sich www.reitsport-hautnah.de wo ich halt meine Partnerfirmen drauf habe, um zu sehen welche Bereiche und was ich anbiete und dann kann man sich gerne per E-Mail Kontakt mit mir in Verbindung setzen, indem man auf der Internetseite das Kontaktformular ausfüllt, dann bekomme ich den Kontakt und dann können Interessenten gerne meine Produktlisten per E-Mail zugeschickt bekommen und wenn die dann sich dafür entscheiden dann besteht die Möglichkeit, dass entweder die Bestellung von mir selber abgewickelt wird, weil ich die Produkte gerade zur Hand habe, auf meinem Lager, oder aber was Futtermittel angeht besteht auch die Möglichkeit, dass Futter bestellt wird und ich das direkt ab Werk von den Herstellern zu dem Kunden vor die Haustür schicke.

Christin: Ach sehr schön – also ihr lieben Zuhörer, wer ein Pferd Zuhause hat und Markus gerne unterstützen möchte, dann bevor ihr woanders bestellt, frag doch bitte bei Markus an.

*Chrissy lacht verlegen*

Katrin: Es ist wirklich schön dir zuzuhören. Aber um jetzt mal langsam Richtung Ende zu kommen. Was möchtest du denn den Zuhörern noch mit auf den Weg geben – natürlich allen Menschen, die ein Handicap besitzen oder auch denen die Keines haben – die anders mit dem Thema Inklusion in Verbindung stehen. Die einfach mehr erfahren wollen was würdest du diesen Menschen mit auf den Weg geben wollen.

Markus: Also zunächst einmal, wenn man eine Basis hat und man hat Sachen wo man sich für interessiert ,dann sollte man den Spaß auch ausbauen wirklich auch den Mut haben auf entsprechende Personen zuzugehen, auch wenn das gewisse Größen sind sei Künstler Sportler oder was auch immer. Wenn man die Möglichkeit hat diese Personen anzusprechen, dann sollte man das auch machen, weil um das jetzt mal abschließen zu sagen, bei mir war es so ,dass ich viel anfänglich über Streams über den Sport angeschaut habe. Ich habe früher immer schon den Sport im Fernsehen verfolgt, habe dann mit der Zeit, wo die Möglichkeit rausgekommen ist, dass es Livestreams gibt, habe ich mir dann den Sport auf diesen Streams angeguckt und wenn ich da mal auf solche Veranstaltungen als Besucher zu Gast war und ich wollte von den Reitern etwas wissen, dann habe ich natürlich den Mut gehabt und war auch schonungslos zu mir selber habe gesagt ich kann das Gesicht zuordnen und ich weiß wie der Reiter heißt und habe dann den betreffenden Reiter auch angesprochen. Das heißt soll vor allen Dingen die Scheu abgelegt werden, der Respekt vor einem selber, der muss fallen um es dann einfach zu haben um zu sagen man geht den Weg woran man Spaß hat. Auch wenn ich verstehe, dass viele so ein bisschen eine Grundachtung haben und sagen, die Leute stehen doch viel höher, die haben eine viel höhere Anerkennung. Im Umkehrschluss sind das auch nur Menschen, die mit Wasser kochen. Unabhängig vom sportlichen, auch im Freizeitbereich – sei es Konzerte oder was auch immer, wenn die Möglichkeit besteht, dass man seinem Idol nahe sein kann oder auch nah sein möchte, dann sollte man sich vorher vielleicht mal Gedanken machen, wie schaffe ich es, meine eigene Scheu abzulegen. Ich habe auch, weil ich mit den Leuten sprechen wollte und von den Leuten etwas wissen wollte, habe ich die Leute einfach angesprochen, mich mit denen unterhalten und im Umkehrschluss ist es wirklich so, dass die dann gemerkt haben „Oh, dem Markus macht man so schnell nichts vor, der weiß wovon er spricht. Das Ganze hat Hand und Fuß“. Das begeistert mich dann natürlich auch selber, dass das Ganze so gut bei den Leuten ankommt.

Christin: Ja super, das war doch ein sehr schönes Schlusswort. Eine sehr schöne Geschichte zum Schluss.

Katrin: Genau – mutig sein und über sich selbst stehen finde ich sehr sehr toll.

Christin: Ja und ja das Wort Mut finde ich, das hast du sehr schön beschrieben. Ja Markus vielen vielen lieben Dank, dass du unser 1. Gast bist.

Markus: Ich muss mich bei euch bedanken, dass ich Teil dieses Podcasts sein darf.

Christin: Ja wir hören uns ja noch einmal. Das war ja nicht das letzte Mal. So viel können wir ja schon verraten.

Katrin: Hoffentlich.

Markus: Ich bedanke mich bei euch und bin auf das Ergebnis gespannt.

Christin: Super Markus. Danke Dir.

Katrin: Vielen lieben Dank. Ja es war sehr schön mit dir.

Christin: Wir wünschen Dir einen ganz tollen Tag.

Markus: Euch auch

Christin: Jaaaaaa. Tschaaaauuuuu *lachend*

Katrin: Tschüsssss *lachend*

Markus: Tschauuu

Christin: Soooo – wir hoffen Euch hat das Interview genauso gut gefallen wie uns und ihr fandet es genauso spannend wie wir. Bevor wir uns aber jetzt verabschieden, wollen wir Euch natürlich noch unsere Funfacts zum Thema „Das Leben ist kein Ponyhof“ erzählen.

Klavierkomposition von Julius (3jähriger Sohn von Christin)

Christin: Katrin, fang’ du doch heute einmal an.

Katrin: Sehr gerne. Und zwar beim Funfact „Das Leben ist kein Ponyhof“ gibt es eine sehr lustige Situation. Ehmmm mit Christin’s Pferd Cassidy als sie noch sehr sehr jung war, ich glaube sie war noch ein Jungpferd – wie alt war sie – ich glaube sie war 1 Jahr

Christin: Doch sie war 3

Katrin lachend: Oh sie war schon 3 – Oh Leute. Das ist meine Erinnerung. Genau. Es dreht sich bei Cassidy darum, dass Cassidy bei Fürstlich-Drehna stand und Chrissy hatte damals insgesamt 3 Pferde …

Christin: 4

Katrin: Ok 4 Pferde und wir mussten sie natürlich irgendwann natürlich auch mal wieder von der Koppel zurück in den Stall führen bzw. auf der Wiese, auf den elterlichen Hof und, jaaaaa da war dann die Frage, wie bekommen wir die Pferde wieder zurück und Chrissy hat mir die Zügel von Cassidy gegebenen, weil sie dachte Cassidy ….

Christin: … den Strick

Katrin: … den Strick

*beide lachen*

Katrin: …weil sie dachte, ach Cassidy ist so ein tolles ruhiges Pferd und noch so jung und Katrin schafft das schon. Na nun – während wir dann also die einzige Hauptstraße des kleinen Dorfes entlangliefen, wollte Cassidy die ganze Zeit an meinen Haaren knabbern und versuchte immer meine Haare zu bekommen, immer zu fassen zu kriegen mit dem Maul, weil wie Ihr ja gesehen habt auf den Bildern, habe ich auch recht voluminöse Locken und wahrscheinlich dachte sie einfach – ist es Stroh. Ich weiß nicht direkt, was ihre Intention dahinter war auf jeden fall war es super verrückt und irgendwann ist Cassidy auch gestiegen, weil sie wahrscheinlich nicht damit einverstanden war, dass ich ihr nicht meine Haare zum Verzehr angeboten habe. Sie rannte dann den kleinen Weg entlang der Hauptstraße auf den elterlichen Hof und fühlte sich dann in einem Busch deutlich wohler und knabberte halt da das Gras ab – aber ja es ist so eine Erinnerung und jedes Mal wenn ich Cassidy danach gesehen habe, hatte sie auch jedes mal versucht wieder an meine Haare zu kommen. Seit dem ist es einfach zwischen uns – diese Energie – hast du das auch gespürt Chrissy?

Christin: Jaaaa, eindeutig ja.

*beide lachen*

Katrin: Jaaaa, das ist ein mein Funfact und die Erinnerung ist einfach mal deutlich lustiger aber …

Christin: …das war schon sehr spannend. Es war auch sehr witzig, also Cessy ist auch nicht weggerannt, sie ist gemütlich davon …

Katrin: Naaaaaajjjjaaaaaaa, das ist wie gesagt Auslegungssache

*beide lachen*

Christin: Sie war aber wirklich oder ist, sie ist ja noch da, sie ist aber wirklich an sich ein sehr entspanntes und ruhiges Pferd. Ich hatte keinerlei Bedenken dir das Pferd und die Hand zu drücken weil die eigentlich echt brav ist.

Katrin: Es war das erste Mal, dass ich ein Pferd an einem Strick durch’s Dorf geführt habe. Ich habe nun mal keine Pferde, wie wir vorhin gehört haben, und bin auch nicht damit groß geworden – aber es war super lustig.

Christin lachend: Na die Pferde kennen den Weg. Die anderen waren wesentlich wilder.

Katrin lachend: Ja bestimmt.

Christin lachend: Das war nämlich die zwei Zuchtstuten und mein eines Sportpferd, die waren nicht ganz so handlich – da hast du schon das Bessere abbekommen.

Katrin lachend: Na wer weiß, die hätten wahrscheinlich meine Haare noch zu fassen bekommen.

Christin: Vermutlich. Ja. Zu meinem Funfact.

Katrin: Oh ja der ist auch super lustig.

Christin: Ja der ist tatsächlich, der ist ja – spannend – Ich war ja in der Zucht-Ausbildung, in Schleswig-Holstein von 2012 bis 2014, und habe auf einem sehr großen Zuchtbetrieb meine Zuchtausbildung gemacht und dort auf das Zuchtmanagement geleitet. Wir hatten um die 30 bis 40 Zuchtstuten und das hat sich eigentlich, mein ganzer Tag hat sich nur um Stuten gedreht und Fohlen. Tagsüber den Zuchtstuten, nachmittags bei den Jungpferden, nachts dann Abfohlen. Also es gab eigentlich nichts anderes und ich war mit meiner damaligen guten Freundin zusammen in der Ausbildung sie hat den Reitstall gemacht und die Reitpferde, Turnierpferde und wir haben uns eigentlich nie gesehen. Also man hat sich kaum gesehen, weil das auch aus hygienischen Gründen ehmmm in so großen Ställen getrennt ist, die Zuchtpferde sind getrennt von den Reitpferden, damit ihm die Reitpferde keine Krankheiten mitbringen. Wie war ja auch schon in dem Interview mit Markus gehört haben, gerade auch Herpes ist z. B. eine Krankheit, die man natürlich dann versucht von Zuchttuten fernzuhalten, weil ein Herpesstamm, kleiner Exkurs, führt Stuten nämlich zum Verfohlen, deswegen versucht man sowas natürlich strikt zu trennen und ja, dementsprechend haben wir uns nie oft gesehen, waren aber immer zu den Pausenzeiten zusammen und haben eben ja meistens abends dann im Restaurant gegessen, weil wir halt auch keine Zeit zum Kochen hatten und wie schon erwähnt ich so ein bisschen talentfrei war was kochen angeht – meine Freundin auch – außer Nutella Toast und Schinkenauflauf konnten wir eigentlich nichts.

*Chrissy erzählt das herzlich lachend*

Katrin schmunzelnd: Oh man.

Christin: Dann haben wir uns halt darüber unterhalten wie unser Tag so war und sie hat von den Reitpferden erzählt, ich von den Stuten und haben uns eben auch darüber unterhalten, welchen Hengst wir zu welcher Stute nehmen und na ja in der heutigen Zeit ist das halt nicht mehr so, dass der Hengst vorbeikommt, sondern wir kriegen halt, wir bestellen halt Samen von einem Hengst, den wir für die Stute auswählen und der kommt über einen speziellen Kurier über Nacht zu uns auf den Hof. Also da kommt dann der Frischsamen im Reagenzglas…

*beide lachen*

Christin: …und das ist natürlich sehr viel Pferdeleute total normal für Außenstehende vielleicht unnormal und es gibt doch die Alternative zu dem Frischsamen, ehmmm Tiefkühlsperma. Das wird in Stickstoff gelagert und wird dadurch halt länger haltbar gemacht, ähnlich wie mit dem Biontech

*beide lachen herzlich laut*

Katrin lachend: Der Vergleich …

Christin: Entschuldigung. Und jetzt haben wir uns halt darüber unterhalten, ehmmm naja wie die Samenqualität so war, wir haben stichprobenhalber halt immer einen kleinen Tropfen unterm Reagenzglas untersucht und haben uns halt beim Carbonara-Essen – wir haben immer Carbonara gegessen zusammen – ja darüber unterhalten, wie die Qualität von Sperma ist und welchen ja, Samen wir jetzt da und da bestellen. Halt ganz normal und haben dann erst beim Gehen im Restaurant festgestellt, dass uns halt alle Leute ganz seltsam angeguckt haben und das war im Endeffekt für uns total normal, aber ich kann mir das schon vorstellen, dass es seltsam ist wenn am Nachbartisch zwei Mädels über Sperma, Tiefkühlsperma und Frischsperma reden, ist das schon vielleicht ein bisschen seltsam.

Katrin: Wahrscheinlich denken Sie die haben irgendwelche Männer in irgendwelchen Kerker gefangen gehalten und zapfen den regelmäßig was ab.

*beide lachen immer noch herzlich*

Christin: Es ist wie im Katalog.

Katrin: Es ist ganz normal zwischen Carbonara im Restaurant darüber zu reden …

Christin: Carbonara und Cola – es war immer Carbonara und Cola…

Katrin: …Natürlich Cola auch noch – selbstverständlich

Christin: Für mich, nach wie vor ist es total normal, also ich habe damit jetzt nicht so Probleme, aber ein kleiner witziger Auszug aus der Reitsportwelt oder Pferdewelt.

Katrin: Ja und das war’s auch schon wieder mit unserer heutigen Folge. Wir hoffen, dass sie euch gefallen hat und wie immer könnt ihr uns sehr gerne konstruktive Kritik hinterlassen. Schreibt uns bei Instagram, Facebook, schreibt uns eine Mail oder wo auch immer ihr uns kontaktieren wollt. Ja und in den Shownotes findet Ihr natürlich alle wichtigen Links zu Markus, seinem Unternehmen und natürlich auch zu unseren Profilen.

Christin: Bereits in zwei Wochen hören wir uns schon wieder – mit einem erneuten spannenden Gast…

Katrin: Oh ich bin so aufgeregt …

Christin: Seid weiterhin mutig und schreibt uns wenn Ihr auch Gast bei uns sein wollt und etwas zum Thema Inklusion beitragen wollt. Nutzt die Möglichkeit um uns und all den Zuhörern da draußen Eure Geschichte zu erzählen und andere zu motivieren und eine Unterstützung zu sein. Jetzt verabschieden wir uns für heute bis bald

Katrin & Christin gemeinsam: Tschüüüüüüüüüüss.