Folge 2 – „Inklu… was!?“

Jungs, Mädchen, Frauen & Männer leiten die Folge mit dem Satz „Ich bin Inklusion“ ein. Zum Schluss der Einleitung sagt Katrin „…und gemeinsam“ Christin sagt „…sind wir alle Inklusion“.

Christin: Hallo und herzlich willkommen zu unserem Podcast Zeitgeist der Inklusion mit der bereits 2. Folge, die wir den wundervollen Titel „Inklu … Was!?“ gegeben haben. Ich bin Christin

Katrin: … und ich bin Katrin

Christin: Ja, Ihr lieben Zuhörer. Vielen viel lieben Dank für Euer Feedback zur Folge 1. Wir haben uns sehr darüber gefreut, dass die Folge so gut ankam und inhaltlich das übermittelt wurde, was wir uns auch als Ziel gesetzt haben. Über einige Punkte haben wir uns natürlich sehr viele Gedanken gemacht. Der meistgenannte Kritikpunkt war eigentlich doch das Gendern gewesen.

*beide lachen*

Katrin: Ja, das war das Gendern.

Christin: Das wurde von vielen als störend empfunden, weil es eben auch ein bisschen den Fluss genommen hat und ja da es uns jedoch wichtig ist oder vor allem Katrin dafür sehr gute Gründe hat, warum es sehr wichtig ist. Katrin benenn‘ sie doch mal…

*beide schmunzeln*

Katrin: Ehm das Gendern empfinde ich in unserer Generation als wichtigen Punkt, einfach um eine neue Bewegung einer neuen Generation zu unterstützen. Es geht auch darum männerspezifische Berufe auszuhebeln und den Mädchen, gerade jüngeren Mädchen, die Möglichkeit zu geben auf alle Berufe, die sie möchten zuzugreifen, ohne dass es heißt man geht in einem frauenfeindlichen Bereich, es geht auch darum, dass eine gewisse Normalität hergestellt wird, Aufbau von Geschlechtern, wie jetzt die neue Gesetzesverordnung weiblich, männlich, divers und Sprache wirkt sich auch einfach auf unsere Wahrnehmung aus. Ja, das sind für mich die wichtigsten Punkte, warum ich es für mich in der 1. Folge als wichtig empfunden habe, dies zu betiteln aber die Kritik ist natürlich auch

Christin: verständlich

Katrin: Ja sie ist sehr verständlich, das gebe ich auch selber zu. Ehm nach mehrmaligen selber anhören, habe ich festgestellt, es ist wichtig das zu betiteln und auch klarzumachen, worum es uns geht dabei, aber es stört den Unterhaltungsfluss von Chrissi und mir einfach unheimlich.

Christin: Na und den von Euch Zuhörern…

*beide lachen*

Katrin: Jaaa

Christin: …wie wir ja gehört haben.

Katrin: Ganz genau

Christin: Dazu haben wir uns ja Gedanken gemacht, wie wir das lösen können. Und zwar wird es dann dazu demnächst mal eine Extrafolge geben, wo wir einen Gast einladen, wo eine Person das erklären kann, die es im eben auch im Leben am meisten betrifft. Wir wollen auch noch gar nicht zu viel darüber verraten, aber Ihr könnt auf jeden Fall gespannt sein. Es gibt auf jeden Fall einen Menschen, der das ganz ganz toll beschreiben kann, wie es eben auch im alltäglichen Leben ist und ja wir dachten wir geben der Sache dann einfach eine eigene Folge.

Katrin: Genau

Christin: … und ja was habt ihr uns noch so an Feedback gegeben?! Die Qualität der Audio.

*Katrin schmunzelt*

Katrin: Jeder fängt klein an.

*beide lachen*

Christin: Ja wir haben anfängliche Fehler jetzt ausgebessert und hoffen, dass es natürlich jetzt nicht mehr zu hören ist. Ja so viel zum Anfang unserer Folge 1.

*Christin lacht*

Christin: Katrin wird jetzt mal in ein paar Stichpunkten erzählen, was Euch so in Folge 2 erwartet.

Katrin: In Folge 2 geht es darum: Was ist eigentlich Inklusion? Und wieso betrifft es uns alle und welche Auswirkungen hat es vor allem auf uns und die Gesellschaft? Es wird heute einen kleinen Einblick in die Geschichte geben, es wird aber auch ziemlich witzig zwischen uns, denn Ihr werdet erfahren wie wir uns kennengelernt haben und was unser Kennenlernen mit Inklusion zu tun hat.

Beide sagen mhhmmm

Das wird sehr spannend. Außerdem stellen wir Euch Projekte vor, die wir Euch nur ans Herz legen können, denn sie sind einfach unheimlich gut und haben mich sehr im Herzen berührt und dazu wird Chrissy später einen kleinen Einblick geben und ja, außerdem starten wir ein kleines Battle untereinander, denn Chrissy ist ein kleines Dorfkind und ich bin eine Rampensau aus der Stadt.

*beide lachen*

Ja das solltet Ihr nicht verpassen und zum Schluss geht es natürlich auch wieder um ein Funfact, der dreht sich heute darum „Zurück in die Kindheit“

Christin: Ja genau

Katrin, Ja und beginnen wollen wir mit der Idee für unseren Namen. Was bedeutet Zeitgeist und wieso interessieren wir uns eigentlich direkt für das große Thema Inklusion? Ja was hat uns dazu bewegt und warum machen wir das und vor allem was ist unser Ziel? Was möchten wir damit später erreichen? Oder jetzt erreichen? Genau dazu möchte ich mich noch einmal auf Folge 1 beziehen

Christin scherzhaft: Wir … wir sitzen hier zu zweit. 

Katrin ebenfalls scherzhaft: Jaaaa ist ja gut

Christin lacht im Hintergrund

Katrin: Immer diese Stimme aus dem Off

*beide lachen herzhaft*

Katrin: Ja, ehm ich möchte noch einmal auf Folge 1 aufmerksam machen …

Christin scherzhaft: Immer noch wir ….

Katrin lauter: Wir möchten noch einmal auf Folge 1 aufmerksam machen … besser? (lachend) Ehm weil in Folge 1 dreht sich alles um UNSEREN Job „Persönliche Assistenz“ und ja die Folge solltet Ihr nicht verpassen. Sie ist sehr informativ und inhaltlich geben wir viel von unserem Beruf preis an Euch. Genau, Chrissi möchtest Du beginnen?

Christin: Ja und zwar … Wie bin ich denn auf das Thema Inklusion aufmerksam geworden? Eine Story, die eigentlich vielen gar nicht so unbekannt ist – denke ich -. Ich bin auf dem Dorf großgeworden und – also wirklich Dorf Dorf – 

*Christin lacht*

Katrin: Tiefstes Dorf

Christin: Ja die Grundschule war halt im nächsten Ort, die weiterführenden Schulen waren dann in einer Kleinstadt. Wir mussten dann halt mit dem Bus auch eine halbe Stunde fahren. Bei uns war Inklusion also quasi gab es gar nicht. Also das Thema wurde nie irgendwie angesprochen, behandelt oder wir sind damit in Berührung gekommen. Also war das für mich, bis ich dann 2005 – lang‘ ist es her…

*beide schmunzeln*

…aus der Schule raus bin eigentlich gar kein Thema gewesen. Ich habe dann 2005 mein erstes Praktikum in einem Reitstall gemacht, bei Berlin und hatte dort mal Einblick in das therapeutische Reiten bekommen und das war witzigerweise wirklich das 1. Mal, dass ich mit dem Thema in Berührung kam.

Katrin: Wie alt warst Du 2005?

Christin:  Ohhhhh ich kann nicht rechen Katrin. 16

Katrin: Wow

Christin: Ich glaub‘, doch das war – ich war genau zu meinem 16. Geburtstag 2005 hatte ich mein allererstes Praktikum gehabt.

Katrin: Ok

Christin: Wow ich fühle mich alt wow

Katrin: Wie die Zeit rennt. Geht’s Euch auch so?

*beide lachen*

Christin: Ehm, ja genau und deswegen. Das war dann das erste Mal, dass ich darauf aufmerksam wurde. Und dann habe ich ja lange Zeit im Reitsport gearbeitet, habe ja auch Pferdewirtin gelernt und bin immer mal wieder damit in Berührung gekommen. Ehm also mit dem therapeutischen Reiten und hatte mich nicht so dafür interessiert. Als ich dann aber 2015 in die Assistenz gekommen bin, ja gut dann war das Thema natürlich akut und aktuell, denn ich war ja dann direkt damit konfrontiert und ehm diese ganzen Themen rund um die Barrierefreiheit z. B., was ich jetzt ganz gerne benennen möchte, ist mir als allererstes aufgefallen. Das war ein Beispiel bei meiner 1. Arbeitgeberin, bei der ich lange Zeit war. „Hallo liebe Zuhörerin, ich weiß, dass Du zuhörst…

*beide schmunzeln*

…liebe Grüße an Dich“. Ja wir hatten, da war mal eine Situation, da sind wir mit der U-Bahn nach Berlin Stadtmitte gefahren und es gibt eine BVG App Katrin?

Katrin: Ja gibt es.

Christin: Da kann man glaube ich Barrierefreiheit angeben, so dass die Fahrstühle barrierefrei sind und wir hatten vorher in die App geguckt, da war jetzt nichts vermerkt, dass ein Fahrstuhl kaputt ist. Also sind wir ganz normal zu unserem Zielort gefahren, sind aus der U-Bahn ausgestiegen, wollten in den Fahrstuhl und der war defekt. So was macht man, wenn man natürlich keine Treppen nutzen kann? Wir auf die nächste U-Bahn gewartet, im Hinterkopf natürlich, wir mussten zu einem Termin und Zeitdruck, damit rechnet man ja nicht, klar man plant ja immer ein, dass man ein bisschen Puffer hat, aber man rechnet ja nicht damit, dass man einen halben Umweg durch Berlin fahren muss. Viele wissen vielleicht nicht, dass es nicht an jeder U-Bahnstation Fahrstühle gibt. Dementsprechend mussten wir dann auf die nächste U-Bahn warten, sind in die eingestiegen, bis zum nächsten Bahnhof gefahren, ich glaub‘ der ist 2 Stationen weiter gewesen, Haltestelle nicht Bahnhof. Jaaa sind dann da ausgestiegen und mussten den kompletten Weg dann halt quasi zu Fuß zurücklegen und das mit Rolli. Das war dann bis zum Termin und das hatte dann eine lockere Zeitverzögerung von einer halben oder dreiviertel Stunde gekostet und da ist mir diese ganze Problematik zum Thema Barrierefreiheit zum ersten Mal so richtig deutlich bewusst geworden.

Katrin: Mhhhhhh solche Geschichten kenne ich auch. Das ist ziemlich verrückt, wenn man darüber nachdenkt. Also meine Erfahrung ist es auch, dass es in Berlin die Aufzüge nachts ausgestellt werden, so als ob Menschen, die auf einen Aufzug angewiesen sind, kein Nachtleben haben. Also so hab‘ ich mich damals gefühlt. Es ist echt verrückt.

Aber ich hab‘ da noch eine andere Frage, die mich schon eine Weile beschäftigt. Was ist denn therapeutisches Reiten? Also was kann ich mir darunter vorstellen?

Christin: Darüber haben wir nie gesprochen. Glaube ich. Vorher.

*beide lachen*

Katrin: Deswegen habe ich die Chance genutzt, weil ich glaube es sitzen bestimmt einige da und fragen sich, was ist therapeutisches Reiten direkt und willst du nicht vielleicht ein bisschen darüber erzählen?

Christin: Ja also ich kann das Thema auch nur ein bisschen ankratzen um ehrlich zu sein, weil ich ja im direkten Kontakt mit dem therapeutischen Reiten nie gestanden hatte. Ich hatte einmal tatsächlich darüber nachgedacht, als ich eine Zeit lang ehmm eine Ausbildung in die Richtung zu machen und therapeutisches Reiten anzubieten, aus dem einfachen Grund weil es einfach noch zu wenig Betriebe gibt, die das anbieten. Es gibt zwar viele Therapeuten, die das können aber es gibt wenige Betriebe die die geeigneten Pferde dafür haben und ehmm ich hatte mich mal eine Zeit lang damit beschäftigt weil ich die Pferde dafür ausbilden wollte. Ich wollte das therapeutische Reiten selber nicht machen, aber ich wollte die Pferde dafür ausbilden und ehmm zur Verfügung stellen, dass es halt umgesetzt werden kann und ehmm es ist natürlich vor Allem dafür da, dass Menschen mit einem Handicap oder auch Menschen mit einer geistigen Behinderung, die Möglichkeit für Freizeitaktivität haben. Zum einen ist es natürlich – wie erkläre ich das für alle die keine Ahnung von Pferde haben – wenn man auf so einem Pferd sitzt, ist man natürlich frei von jeglicher von …

*Christin überlegt*

Katrin: … von den Barrieren

Christin: Ja natürlich genau. Man hat halt ein anderes Körpergefühl. Man ist nicht nur auf sein Körpergefühl konzentriert, sondern man passt sich ja auch der Bewegung des Pferdes an. Alleine weil es schon auch 4 Füße hat und wir nur in diesem Sinne ja nur 2 ist es schon einmal ein ganz anderes Bewegungsgefühl und zum Einen ist es für die Menschen, die von Kindesbeinen an im Rollstuhl sitzen natürlich eine unglaubliche Erfahrung, durch die Bewegung des Pferdes getragen zu werden und dadurch halt 4 Füße zu haben, die einen dann mitnehmen. Das ist zum einen schon ein unglaubliches Gefühl und natürlich auch für die physiotherapeutische Betrachtung, bzw. aus dem Blickwinkel betrachtet, weil natürlich es werden beim Reiten – und ich spreche hier jetzt sehr aus Erfahrung – alle Muskeln beansprucht. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, was für einen Muskelkater man nach dem Reiten haben kann.

*beide schmunzeln*

Ehmm genau und das beansprucht natürlich die Muskeln und fördert auch den Muskelaufbau und den psychologischen Effekt, was das ganze natürlich hat, ist dass man alles um sich herum vergisst. Also man ist so auf diese Sache beim Pferd konzentriert, dass Tier biete so viel Empathie und man vergisst einfach alles und das war auch immer das, was ich im Reiten am Meisten genossen hab‘, dass man für diesen Moment einfach alles im Leben vergessen kann und ich glaube auch, dass es gerade im Bezug auf Menschen mit geistiger Behinderung natürlich unglaublich viel im Kopf einfach macht und ja ich hoffe ich hab‘ jetzt glaube ich kurz hoffentlich alle Aspekte damit abgegriffen worüber ich halt jetzt reden kann, das geht natürlich noch viel weiter. Wir werden – oh darf ich das sagen? – eventuell einen Gast haben …

Katrin: Jaaaa vielleicht

Christin: … die vielleicht über das therapeutische Reiten sprechen wird. Ich sag‘ das jetzt mal vorsichtig, aber es ist auf jeden Fall in Planung. Es ist in Planung, dass wir eine Folge mit einem Gast machen, die direkt aus dem therapeutischen Reiten kommt.

Katrin: Hmmmmm. Es ist auf jeden Fall superspannend das Thema. Ich habe es auf jeden Fall ein bisschen im Kopf gehabt mit einer Delfintherapie verglichen und weiß nicht, ob es vielleicht das gleiche ist …

Christin: Naja Delfine sind ein bisschen schwerer zu erreichen in Deutschland.

*beide lachen*

Katrin: Jaaaa gut immer diese kleinen problematischen Sachen da *schmunzelnd*

Christin: Also so viel dazu, dass war meine kleine Geschichte was mich mit Inklusion anfänglich auch verbunden hat und ich glaube Katrin möchte dazu auch etwas sagen?!

Katrin: Ja im Gegensatz zu Chrissi war ich schon sehr früh geprägt und bin sehr früh in Verbindung gekommen mit Integration und zum Teil auch der Inklusion. So war bereits in meiner Grundschule ein Mädchen, dass eine starke Lernschwäche hatte, sie war Legasthenikerin, ich hoffe, dass ist jetzt richtig und 1 bis 2 mal in der Woche, ich bin mir nicht mehr so ganz sicher, bekam sie jedenfalls neben den regulären Unterrichtsstunden Unterstützung durch eine Förderlehrerin. Ja ich möchte jetzt nicht – es ist ein bisschen schwer auf das Thema zurückzublicken, da ich früher den Ernst der Lage nicht verstanden haben, aber früher kam es mir so vor, wie eine entspannte Lernstunde es ist eine entspannte Spielstunde, neben dem harten Unterricht und sie konnte immer 1 bis 2 Schüler aus der Klasse auswählen, die sie begleiten, die mit ihr zusammen ehmmm diese Stunden absolvierte und ich freute mich immer wenn sie mich mitnahm, weil ich ja dann in Anführungsstriche eine „Freistunde“ hatte. Also das klingt jetzt wirklich böse, aber so habe ich damals gedacht und erst wesentlich später, muss ich auch gestehen schäme ich mich ein bisschen dafür, einfach ja kindlicher Leichtsinn …

Christin: … du wusstest einfach nicht besser

Katrin: Genau ich wusste es nicht besser und ich hab‘ den Ernst der Lage aus Ihrer Sicht gar nicht so beleuchten können. Ich meine, ihr hat das natürlich super geholfen und ja genau und direkt neben meiner Grundschule befand sich auch, ach Gott darf man das noch sagen, eine Sonderschule, wo halt Menschen mit geistiger Behinderung unterrichtet wurden. Und meine Grundschule hatte zusammen mit der Sonderschule öfter mal kleine Kooperationen gestartet. So haben wir glaube ich – so weit ich mich erinnere – meine Mama kann sich daran gar nicht mehr erinnern, haben wir Schulfeste zusammen ausgerichtet und so sind wir auch früh damit in Verbindung gekommen und in meiner Biografie habe ich auch schon darüber erzählt, dass ich damals in ein Ferienlager gefahren bin, was Menschen mit und ohne Behinderung zusammenführte und ja das war eine wunder- wunderschöne Zeit und ich habe auch ein paar Feedbacks von ehemaligen Freundinnen mit denen ich damals im Ferienlager war und sie alle haben geschrieben, dass war eine wunderschöne Zeit und dass sie das auch geprägt hat im Laufe ihres Lebens. Es war ein wunderbares Erlebnis worauf man auch gerne jetzt im naja etwas älteren Alter – ich bin ja nun noch nicht alt, sag ich von mir – fühlst du dich alt?

Christin: Ja, manchmal

Katrin: Manchmal … die kleinen Wehwehchen. Ja ehmm genau jetzt habe ich den Faden verloren, aber genau auf jeden Fall war es eine wunderschöne Zeit, jetzt auch rückblickend betrachtet und meine Mutter erzählte mir aber, weil wir uns darüber ausgetauscht haben, dass der Verein der damals das Ferienlager organisiert hatte, auch einen Hort hatte und in diesem Hort bin ich damals mit meinen Brüdern gegangen. So bin ich also schon zu frühster Kindheit mit dem Thema Integration und Inklusion in Berührung gekommen, und für mich war das Normalität. Ich habe darüber überhaupt nicht nachgedacht und erst jetzt auch während des Podcasts denke ich darüber nach, wie, also ich habe mich mehr damit beschäftigt, wie außergewöhnlich das war und ich weiß nicht ob es Kindern in Städten generell so geht, dass sie früher mit so etwas in Berührung kommen, ja.

Christin: Ja, das liegt glaube ich auch ein bisschen an der Menschendichte.

Katrin: Das kann natürlich sein.

Christin: Bei unserem 250 Seelen Dorf

*beide lachen*

Katrin: Ja das stimmt

Christin: Ich glaube auch, aber da kommen wir ja auch noch einmal später in unserem Mini-Battle darauf zurück, obwohl wir damit schon den 1. Vergleich gestartet haben, aber darauf kommen wir wirklich noch einmal zurück. Was ich aber sagen möchte, was mir, was ich gerade total süß fand, was Katrin gesagt hat, in Ihrer Biografie. Also Katrin hat ihre Biografie natürlich noch nicht in ein Buch verfasst – sie meint bei Instagram.

*beide lachen herzlich*

Katrin: Auch auf der Webseite findbar.

Christin: Ja auch auf unserer Website, also falls Ihr jetzt Amazon nach der Biografie von Katrin durchsucht werdet Ihr diese ….

*beide lachend*

Katrin: … das ist die Idee

Christin: … leider noch nicht finden.

*Christin lacht herzlich*

Katrin: Ich hätte einiges zu erzählen. Du Chrissi würdest ein Extrakapitel bekommen.

Christin: Extrabuch – also bitte

Katrin: Ja ein kleines Nebenprodukt, was dann erscheint. Ein kleines Gadget.

Christin: So viel dazu.

Katrin: So viel dazu.

*beide schmunzeln*

Christin: Ja was mir natürlich auch noch aufgefallen ist und auch noch ein Grund dafür ist, dass wir uns für Inklusion stark machen, ist, dass viele natürlich schon klar aktiv sind in dieser ganzen Bewegung ehmmm allerdings sieht man ganz ganz oft meistens Menschen, die selbst betroffen sind oder Familienangehörige haben oder in irgendeiner Weise in Verbindung damit stehen oder halt direkt/indirekt mit Inklusion betroffen sind aber man findet super selten ehmmm uns – uns Assistenten oder Pflegekräfte oder generell Menschen, die halt in den Bereichen arbeiten und das hat uns so ein bisschen zu denken gegeben. Warum sollten wir uns denn nicht auch mit stark machen? Was spricht denn dagegen, wenn man mal als Beispiel sieht, dass ein Assistententeam zwischen – hatten wir ja schon in Folge 1 – vier bis 8 Assistenten/innen hat. Ehmm und sich jeder ein bisschen mit stark machen würde, hätten wir doch eine viel viel größere Bewegung und viel mehr Reichweite und ehmm ja und das haben wir uns dann auch zu Herzen genommen, als wir darüber nachgedacht haben, ja warum sollen wir das denn nicht machen, nur weil wir quasi nicht direkt betroffen sind ehmmm würde es doch allen helfen, wenn wir das Ganze auch mit unterstützen und so sind wir ursprünglich auch auf die Idee des Podcasts gekommen und ….

Katrin: Ja ich kann mich dich da nur anschließen. Es ist leider wirklich so, dass heutzutage, gerade Assistenten/innen, die sich bewerben, die wissen nicht, was dahintersteckt und sie nehmen die Ernsthaftigkeit, in meinen Augen, auch nicht wahr, dass es eine Arbeit mit Menschen zusammen auch ist. Und das es dabei um wesentlich mehr geht, was denn dahintersteckt. Ich muss gestehen, mich ärgert das auch immer wenig, denn viele sehen in Assistenten/innen nur das Berufsfeld, das schnelle Geld zu machen – nicht Arbeit sondern viel Geld. Und das kann nicht sein, denn gerade bei so einer sensiblen Thematik, finde ich das ganz ganz furchtbar. Ja.

Christin: Kann ich nur zustimmen. Ja und was wir auch noch als Grund für den Podcast unbedingt benennen wollen, ein sehr großer und wichtiger Punkt natürlich, weil es viele unserer zukünftigen Gäste betreffen wird, ist die Thematik, dass Inklusion nicht nur – ich sage vorsichtig nur – weil wir niemanden auf die Füße treten wollen oder jemanden angreifen wollen oder dass sich jemand angegriffen fühlt … ehmm sind Menschen, die ein Handicap haben. Es betrifft auch Menschen, die generell anders sind, als andere oder anders betitelt werden oder auch anders behandelt werden und sich dadurch anders fühlen, was sie ja eigentlich gar nicht sind, denn wir sind ja alle GLEICH!!! Und uns ist wichtig, da vor allem Menschen zu nennen, die auch gemobbt werden, die fallen natürlich auch in das Thema Inklusion, denn sie sind auch wie alle anderen – WIR SIND ALLE GLEICH!!! Ja natürlich zählen auch Menschen dazu, die eine andere Sexualität haben oder die auch in ihrem geborenen Körper unwohl fühlen – alle sind Menschen, die ausgegrenzt werden von der Gesellschaft, von der sogenannten Norm, abweichen – aber wer definiert denn Norm und das ist auch ein Thema, das uns sehr am Herzen liegt das natürlich mit zu benennen weil es – wie schon gesagt – viele Gäste betrifft, die hier in Zukunft hoffentlich auftreten

Katrin: Mhhhh … ja dazu muss man sagen, dass wir natürlich auch in das übliche Rater gehören und unsere eigene Geschichte haben und wenn man mal zurückguckt und spielte eine Andersartigkeit – so nenne ich es mal – schon immer eine ganz große Rolle in unserer Geschichte. Ob es nun in der Westlichen Seite in der östlichen Welt – sagt man das so? Man sagt zwar westliche Welt aber sagt man auch östliche Welt?

Christin: Ja ich glaube schon. Ich glaube davon gelesen zu haben.

*Katrin schmunzelt verlegen*

Katrin: Ja das war gerade so ein kurzer Moment genau und ich meine wir können es ja in unserer Welt überhaupt nicht realisieren, wie es in anderen Teilen der Welt aussieht und jetzt mal ganz ernst gesagt, jeder von uns könnte auch zu jeder Zeit zum Pflegefall werden. Das ist jetzt nur, weil wir jetzt unversehrt durchs Leben laufen, heißt es nicht, dass das morgen noch so ist oder in der Zukunft. Die Inklusion zieht sich durch jedes Jahrhundert und deswegen ist es uns ganz wichtig, darauf aufmerksam zu machen. Jede Generation ist davon betroffen – und sind wir doch einmal alle ehrlich – wenn wir später alt und grau sind und jeder für sich oder einige zusammen – wie Chrissi und ich – das Altersheim rocken werden, ehmmm dann würden wir uns auch über Pflegekräfte sehr freuen, die auch aufgeschlossen sind und gut informierte Pflegekräfte, die einem auf Augenhöhe begegnen, die in Dir nicht nur eine Nummer sehen, sondern auch einen Menschen, der eine Geschichte hatte, ein Leben hatte und der zusammen mit uns allen – sage ich mal – die letzten Stunden verbringt, die letzten Tage oder noch ein Lächeln ins Gesicht zaubert, so dass wir nicht nur eine Nummer sind oder ja Aufklärung ist so wichtig und ja deswegen haben wir uns dafür entschieden – für diesen Podcast und auch diesen Podcast Zeitgeist der Inklusion zu nennen – weil Zeitgeist sagt aus, dass es jede Zeitschiene trifft. Unsere Meinung ist es halt unsere Politik spricht so viel davon, Fachzeitschriften, da steht Unmengen drinne aber wo Inklusion wirklich gelebt? Vereinzelte Fälle kommen vor – sicherlich, möchte man auch gar nicht kleinreden und ich bin stolz auf jeden, der sich für dieses Thema einsetzt – WIR sind stolz auf jeden …

Christin lachend: Danke

Katrin: Bevor das wiederkommt. Auf jeden der sich dafür einsetzt und versucht Gleichberechtigung unter allen Menschen zu gestalten.

Christin: Ja schön gesagt Katrin.

Katrin: Ja ich war richtig im Redefluss. Ich hatte gerade den Kampfgeist.

Christin: Ja du hattest den Flow. Was ich zum Ziel unseres Podcasts sagen möchte ist dass wir natürlich in aller erster Linie, das komplette Thema Inklusion unterstützen möchten, auch so ein bisschen pushen wollen natürlich, in dem wir viel darüber reden, viel in den sozialen Netzwerken damit auch Werbung machen – kann man das Werbung machen nennen?

Katrin: Ja kann man

Christin: Es beleuchten. Wir beleuchten es auf jeden Fall ein bisschen mehr und es gibt wieder 2 mehr, die das ganze unterstützen und hoffen, dass wir damit ganz ganz viele anstecken – im positiven Sinne – nicht mit Covid 19 anstecken sondern mal mit Motivation mit Inklusion anstecken …

Katrin: … ist auch viel besser

Christin: …und ja wir haben natürlich was wir auch schon öfter gesagt haben vor viele Gäste bei uns im Podcast sprechen zu lassen über ihre Geschichten und klar das ist natürlich das Ziel andere dazu oder damit abzuholen, dass viele sich verstanden fühlen weil sie das gleiche oder das ähnliche durchlebe haben und dann vielleicht jemanden haben mit denen sie darüber sprechen können und denen sie in unseren Folgen kennenlernen dadurch. Was uns auch ganz wichtig ist, ist zu sagen, dass uns immer wieder – wir sind natürlich ja auch oft in sozialen Netzwerken viel unterwegs – ich muss es einfach loswerden, diese Facebookgruppen, da gibt es eigentlich gibt es diese Gruppen ja dafür, dass diese Menschen, die das gleiche Interesse haben, sich austauschen können. Ich habe da so ein ganz witziges Beispiel:

Ich bin da in so einer Gruppe, einer Nageldesigngruppe, die hat – ich glaube die hat knapp 30.000 Mitgliedern, da geht es eigentlich darum, dass ich Ideen für Nageldesign ausgetauscht wird, dass darüber gesprochen wird und immer wieder – es ist der Wahnsinn – es wird ein Bild hochgeladen und 100 Kommentaren sind 70 negativ, hate usw. und ich hab mich gefragt, warum zur Hölle gibt es in diesen Gruppen, wo es um Gemeinsamkeiten geht, so viel Negativität. Ja ich find das ganz ganz schrecklich und das ist auch eine Sache, die wir nochmal aufgreifen wollen, weil wir sagen wir würden gerne eine Kommunikation herstellen, ohne dass unter 100 Kommentaren 70 negativ sind, sondern bestenfalls nur noch 1 oder 2, die man dann aussortieren kann, das man mit diesem Podcast natürlich auch eine Plattform schafft und jetzt habe ich ganz vergessen, dass Katrin dazu auch ein Beispiel hat, das wollte sie eigentlich dazwischen sagen, aber Katrin wird ihr witziges Beispiel auch noch mitteilen, was sie an Erfahrungen im Social Media Bereich hat.

*beide lachen*

Katrin: Ehmmm uns ist es natürlich was ich dazu sagen möchte, die Menschen für dieses Thema zu sensibilisieren und aufzuzeigen, dass man sich im Internet wie ein Troll oder ein Proll verhalten kann und dass hinter den Computern immer noch reale Menschen stecken, die Gefühle haben, die Ängste haben und die man mit solchen Kommentaren, manchmal meint man das vielleicht gar nicht böse, trifft man einen. Das ist zum Beispiel ein Grund, warum ich in solchen Gruppen mich sehr selten zu Wort melde. Ich lese immer gerne mit, aber ich würde niemals einen eigenen Beitrag veröffentlichen, weil man einfach aus Erfahrung weiß, da stürzen sich 1000 Geier rauf und wollen einen nieder machen und wollen einem eigentlich sein neues Hobby, ob es nun bei Chrissi war, Nagelbeispiel, jemand neues kommt und gerne ein neues Nageldesign erlernen möchte und dass man dann dafür fertiggemacht wird, anstatt denjenigen zu unterstützen und zu sagen, Du ich habe eine tolle Empfehlung für dich oder ich kann Dir da helfen, gucke Dir mal das Tutorial bei Youtube an oder was weiß ich und ja genau aber …

Christin: … ist ein bisschen wie Raubtierfütterung

Katrin: Jaaaaa könnte man so sagen oder als ob die Leute sich daran aufgeilen also darf man das sagen mensch

*beide lachen verlegen*

Christin: ich weiß es nicht, dass werden wir dann nach der Folge erfahren.

Katrin: Eigentlich meine fiktive Geschichte. Es gibt eine fiktive Geschichte, die in diesen Social Media Gruppen eine Zeit lang sehr herumgegeistert ist, bezog sich auf einen jungen Menschen User 1 heißt er, der einen Gartenschlauch verlängern möchte. Er möchte einen Gartenschlauch verlängern und in dieser Geschichte geht es darum, wie auf die eigentliche Frage, wie verlängert man einen Gartenschlauch, überhaupt nicht wirklich eingegangen wird, sondern erwähnt wird, kauf dir doch einen neuen. Also es pusht sich hoch und niemand weiß dann wirklich mehr, worum ging es eigentlich und zum Schluss wird das alles verdreht und der User 1 steht völlig hilflos und verlassen da und wurde aus der Gruppe ausgeschlossen. Im Anschluss findet ihr diese fiktive Geschichte auch als Beitrag auf Facebook, Instagram und auch auf unsere Website findbar für die Leute, die kein Instagram haben.

Christin: Wir werden Euch auf jeden Fall darüber informieren, wenn wir sie online stellen, dass Ihr Euch das Ganze durchlesen könnt, da das jetzt doch den Rahmen sprengen würde. Das jetzt dann auch noch komplett zu erzählen, aber die ist wirklich witzig, die sagt sehr deutlich, worum es eigentlich geht und ja kurzer Sinn unser Ziel ist es natürlich das Netzwerken und das Ganze zu verbreiten und zu unterstützen, so weit wie wir das können.

Soooo und auf Wunsch von einigen unserer Zuhörer, wollen wir an dieser Stelle einfach mal erzählen, wie wir uns kennengelernt haben und ich fang‘ da einfach mal beim Urschleim an. Katrin und ich wir haben uns am 21.09.2006 kennengelernt – aufgrund einer gemeinsamen Band, die wir mochten und mögen und kurze Einleitung dazu ist, dass wir beide – ich kann da für uns beide sprechen, dass wir in der Schule eben auch zu der Kategorie Mensch gehörte haben, die ausgegrenzt wurden, weil wir anders waren und wenig positives mit Freundschaften verbunden haben und das erst durch diese Band und der dazugehörigen Gemeinsamkeit dazu kamen, dass wir unsere Freundschaften neu definiert haben bzw. haben wir erst da richtig erfahren, was Freundschaften tatsächlich sind und die Band gibt es halt schon ein bisschen länger und wir hatten eine gemeinsame Freundin, die uns bekanntgemacht hat. Vielleicht kommen wir irgendwann einmal näher darauf zu sprechen und ja wir haben uns dann an diesem besagten Tag im September – in dieser wunderschönen Septembernacht –

*beide lachen herzlich *

Katrin: … wie romantisch

Christin: haben wir uns kennengelernt und waren eigentlich auf den Schlag befreundet und so gut wie unzertrennlich. Wir sind dann zusammen in eine WG gezogen, wir haben eigentlich eine WG daraus gemacht. Ich habe schon in Berlin gewohnt, zu der Zeit, ja habe ich hier schon gelebt – vom kleinen Dorf in die große Stadt und ja Katrin ist dann zu mir gezogen, wir haben dann eine WG daraus gemacht, dadurch sind wir unzertrennlich geworden. Wir sind gemeinsam zur Berufsausbildung gefahren, oder auch nicht …

*beide lachen*

Katrin: Entschuldigung Mama

Christin: Wir haben dann doch öfter mal geschwänzt und haben dann morgens im Bett – das ist auch so eine Story. Natürlich haben wir – wir hatten eine größere 2 Zimmerwohnung und auch Wohnzimmer, aber prinzipiell haben wir immer zusammen in einem Raum geschlafen, zusammen in einem Bett. Früher war das so, naja, früher war das noch ein bisschen anders als heute, als Freundinnen betrachtet haben wir uns dabei natürlich nie was gedacht.

Katrin: Nö wir haben immer in einem Bett geschlafen, außer wenn Herrenbesuch kam, meine damalige große Liebe. Naja anderes Thema

Christin: Genau, also auch so eine Sache, die von der Gesellschaft auch mal gerne in Schubladen gepackt wird, ja aber wir haben halt wir fanden das halt doof, warum sollte halt jeder in einem anderen Zimmer schlafen und wir haben halt viel gequatscht, wir haben nächtelang geredet, am offenen Fenster gesessen,

Katrin: … *lachend* weißt du noch?!

Christin: … * ebenfalls lachend* jaaaaa

Katrin: Das muss ich Euch ganz kurz erzählen. Wir waren damals Raucher, deswegen haben wir immer am offenen Fenster gestanden, und haben eine geraucht und auf einmal hat eine von uns …

Christin: Das war zur EM, da war Fußball-EM

Katrin: Ahhhh stimmt, da war die Fußball-EM und auf einmal hat eine von uns gepupt, aber nicht laut und der eine meinte „Ich habe gepupt“ und dann kam …

Christin: … da ist dann einer unten am Fenster langelaufen und hat gesagt „Was raus muss muss raus“

*beide lachen*

Katrin: Und seitdem ist das so unsere Standardantwort von uns, wenn einer von uns beiden sagt „Ich habe gepupt“

*beide lachen laut*

Christin: Willkommen im Leben von Katrin und Chrissi

Katrin: Es war auf jeden Fall eine sehr intensive Zeit – muss ich sagen, gerade als wir nachts zusammen im Bett gelegen haben war ich das 1. Mal, mit einem Menschen zusammen, mit dem ich die Gedanken und Interessen austauschen konnte. Egal worum es ging – wir haben über das Universum geredet, über die Galaxie, über Aliens … über Liebe …  Liebe war ja ganz…

Christin: Liebe und Aliens jetzt zusammen zu nennen war jetzt richtig toll.

*beide lachen*

Katrin: Naja manche Männer … Naja anderes Thema. Ehmmm Musik, Leben unser Leben wie wir es uns vorstellen.

Christin: Wir haben, Ihr könnt Euch nicht vorstellen, dass es halt und natürlich haben wir auch über das gesprochen, was uns als Kinder uns in der Schule widerfahren ist und das hat uns dann so zusammengeschweißt, dass wir bis heute unzertrennlich sind. Wir haben zusammen Europa bereist, wir waren in so vielen Ländern und haben so viel durchgemacht und ja bis dahin, dass Katrin natürlich auch die Patentante meines Kindes ist. Also und ich bin die Patentante ihres Hundes natürlich.

Katrin: Jaaaa, das ist so süß.

Christin: Das ist quasi unsere Kennlernstory. Ich weiß nicht, Katrin möchtest Du dazu noch was hinzufügen….

Katrin: Ja

Christin: … noch ein Geheimnis ausplaudern vielleicht?

*Chrissi lacht*

Katrin: Ja also erst einmal muss ich dazu sagen, ich kann jetzt nur für mich reden, aber ich denke, dass ich doch für uns beide spreche, dass es eine unglaublich intensive Zeit war. Chrissi ist eigentlich wie eine Schwester, die ich nie hatte, wie eine Schwester von einer anderen Mutter. Es war einfach immer ein Zusammenhalt zwischen uns, der ist bis heute da …

Christin: … ich hatte auch nie eine große Schwester außer große Brüder.

Katrin: Chrissi hat dafür aber eine kleine Schwester 

Christin: Ja das stimmt.

Katrin: Ja aber es war, es war ich könnte jetzt wieder sagen sehr intensiv, aber es war sehr intensiv. Ehmmm ja wir haben, es ging dann soweit, dass wir uns dann auch ein Geschwisterpärchen von 2 Katzen gekauft haben, die waren auch sehr wild. Leider leben beide nicht mehr.

Christin: … die mochte auch keiner … Wir haben sie auch in unser Inklusionsteam aufgenommen

Katrin: … Ja ganz genau. Sie waren so ein bisschen die Sonderlinge im Wurf und waren, als wir sie abgeholt haben, total mager und eigentlich hätte man es ihnen ansehen können, sie hätten es nicht überleben können, aber wir haben sie aufgepäpelt und ja …

Christin: Ihr werdet in Zukunft auf jeden Fall öfter von uns vermutlich ein paar Stories erfahren aus unserer gemeinsamen Freundschaft …

Katrin: … definitiv …

Christin: Was wir aber damit sagen wollen ist, dass uns natürlich die gemeinsame Vergangenheit, die wir erlebt haben, uns quasi zusammengeschweißt hat. Das was wir getrennt voneinander erlebt haben, hat uns zur Gemeinschaft gemacht.

Katrin: … bis heute

Christin: Genau … Ja

Katrin: Hmmmm und um mal zum nächsten Teil zu kommen, da muss ich gestehen, dass habe ich jetzt ein bisschen an mich gerissen, weil es ein Thema ist, was mich sehr beschäftigt hat und mir auch sehr liegt. Es geht um den nächsten Punkt – wie genau definiert die Gesellschaft denn Inklusion und es ist ein bisschen die Geschichte der Inklusion, ein bisschen auch die Geschichte von Menschen mit Behinderungen und ja von der Exklusion zur Inklusion eine kleine geschichtliche Lehrstunde von und mit Zeitgeist der Inklusion. Es ist ein sehr umfassendes Thema weswegen ich da ein bisschen, Ihr werdet es vielleicht auch hören, ich werde versuchen es schöner zu gestalten, aber ich werde ablesen, weil es wirklich Unmengen an Informationen sind, die ich nicht versauen möchte. Genau und dazu möchte ich vorher eine kleine Triggerwarnung aussprechen, weil es Teile gibt, die mich doch sehr stark berührt haben und verletzt haben, könnte man sagen. Aber ich fang‘ einfach mal an und werde auch das deutlich machen, welche Teile das sind. Genau ….

Bis zum 19 Jahrhundert war es Normalität, besondere Menschen mit Behinderungen oder sonderpädagogischem Förderbedarf nicht in die Gesellschaft einzugliedern. Menschen mit einem sichtbaren, oder nicht sichtbaren Handicap, wurden aus vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ausgeschlossen. Sie hatte keine Chance auf gleichwertigen Zugang zu Bildungschancen und wurden vor den neugierigen Augen der Freunden oder Nachbarn versteckt. Die Exklusion, Menschen von der Gesellschaft auszuschließen war etwas ganz normales und wurde nur selten hinterfragt. In einigen Ländern besteht das Prinzip der Exklusion noch immer. Gerade im nahen Osten und Nordafrika ist die Aufklärung leider so gering, dass Menschen mit Behinderung stark von allen Bereichen der Gesellschaft ausgeschlossen sind, dass es nicht einmal zuverlässige Daten über Häufigkeit, Verteilung und Entwicklung des auftretens von Behinderung gibt, und erst recht nichts über das große Ausmaß der Armut, von den Menschen mit Handicap betroffen sind.

Während in den Industrienationen mittlerweile für Gleichberechtigung und Inklusion der Gesellschaft gekämpft wird, geht es in vielen Entwicklungsländern oft genug noch um das blanke Überleben. Die Behinderung einer betroffenen Person hat Diskriminierung, gesellschaftliche Ausgrenzund und fehlenden Zugang zu medizinischer Grundversorgung und Rehabilitation zur Folge. Es scheitert an technischen Hilfsmitteln oder auch einem Rollstuhl, so dass an eine Teilhabe erst recht nicht zu denken ist. Wir möchten euch auch kleine Einblicke in andere Teile dieser Welt geben, weil wir diese Menschen nicht vergessen sollten, die in ihrem Land keine Stimme haben, die für sie sprechen, ohne dafür hart bestraft zu werden. Das Problem besteht auf der ganzen Welt und ist nicht nur ein Teil unserer Gesellschaft.

Als erste Einrichtung der Betreuung ‚Schwachsinniger‘ ist die sächsische Erziehungsanstalt Hubertusburg zu sehen, die am 03. August 1846 eingerichtet wurde. Erst im Jahr 1904 wurden Hilfsschulen für blödsinnige Kinder als öffentliche Bildungsstätten anerkannt, Dazu möchte ich noch einmal aufmerksam machen, wie leichtsinnig wir Worte benutzen, die einen ernsten Hintergrund in unserer Geschichte haben. Schwachsinn, Blödsinn oder auch Idioten – all diese Worte bezogen sich früher auf Menschen mit Behinderung und haben sich mittlerweile in unserem Wortschatz eingebürgert, jedoch sollte man sich manchmal der Bedeutung besinnen.

Der Hilfsschulverband widersprach in seiner Denkschrift dem Ansinnen des Deutschen Lehrervereins und seinen Vorstellungen über die Einheitsschule energisch:

„Die Schwachsinnigen können unterrichtlich und erziehlich nicht in Gemeinschaft mit den Normalbegabten, sondern nur durch besondere heilpädagogische Maßnahmen gefördert werden.“, dieser Satz fiel in einem Gesetzestext im Jahr 1918 und nun, ein Jahrhundert später sprechen wir bereichts über Inklusion und Gleichberechtigung für alle Menschen. Wir haben in diesem Zeitraum einen gewaltigen Schritt gemacht und – obwohl wir sehr stolz darauf sein können – sind wir noch immer weit von einer Normalität entfernt. Viele Pädagogen zu der Zeit um 1918 und auch einige Jahre später, waren Anhänger einer rechtspobularen Partei. Im NS-Regime wurde eine Geburtenverhütung per Gesetz für Mädchen/Frauen mit Behinderung eingeführt, da diese „die größere rassenhygienische Gefahr“ darstellten. Es trat am 01.01.1934 in Kraft (Reichsregierung 1933) und umfasste vor allem Heiratsverbote sowie staatlich angeordnete Sterilisationen für bestimmte Personenkreise. In den 30iger Jahren erschien der Begriff „Erbkrankenheit“ im Erbgesundheitsgesetz. Das muss man sich vorstellen, sie wurden zwangssterilisiert, ohne ihre Einwilligung. Dieses Thema geht mir sehr nahe, einfach wie viele Menschen damals unmündig gemacht wurden und über ihren Körper keine Gewalt hatten.

Am 06. Juli 1938 trat das Gesetz über die Schulpficht im Deutschen Reich in Kraft. Die Sonderschule war geboren und damit galt die Hilfsschule erstmals als ein Sonderschultyp, die für ‚Krüppel‘, für Blinde und für Taubstumme galt.

Es waren schwere Zeiten, wir waren weit von Integration entfernt, an Inklusion war überhaupt nicht zu denken. (Würde man eine Schweigeminute für jedes Opfer des Holocaust halten, wäre es 11 Jahre lang still.) Würde man eine Schweigeminute für jedes behinderte Opfer des Holocaust halten, wären es 138 Tage still.

Im Nationalsozialismus wurden behinderte, sowie arme und kranke Menschen in Heimen und Krankenhäusern zu Versuchsobjekten degradiert und dort im Zuge des „Euthanasieprogramm“ zu Hunderttausend sterilisiert und getötet. Bestraft wurden dafür gerade einmal eine Handvoll Ärzte und Ärztinnen, die meisten wurden verschont. Das Thema wurde im Nürnberger Ärzteprozess unter den Teppich geschoben. Das hat mich so extrem schockiert, wie mit Menschenleben umgegangen wurde und wie wenige dafür wirklich verurteilt wurden. Die Ärzte haben einen Eid geschworen, jedes Menschenleben zu beschützen und mit all ihrer Kraft am Leben zu erhalten und diese Menschen durften nach dem zweiten Weltkrieg weiter in ihrem Berufsfeld arbeiten. Irgendetwas ist da gewaltig schief gelaufen.

Nach dem zweiten Weltkrieg ging es im Bereich der Bildung steil bergauf. Nicht nur wurde die Integration für Menschen mit Handicap stark gefördert, auch die Mädchen bekamen in ihrer schulischen Laufbahn eine gleichwertige Ausbildung. In der DDR wurden Menschen mit Behinderung versucht auf dem Arbeitsmarkt zu integrieren. Ein Umschwung war deutlich spürbar. Die Integration war geboren. Kinder, die erst auf Sonderschulen gingen, konnten nun auf Regelschulen wechseln und so miteinander lernen. Denn es ist normal, verschieden zu sein. Alle anderen kamen in Heimen unter, damit die Eltern über den Tag arbeiten gehen konnten. Dem gegenüber förderte die BRD vor allem kriegs- und arbeitsverletzte Menschen und beschäftigte behinderte Menschen in Werkstätten und Berufsförderwerken. In den 60iger Jahren wurde, aus den Vorbildern der USA und Großbritannien die Behindertenbewegung oder damals auch ‚Krüppelbewegung‘, gefördert. Das provokante Wort ‚Krüppel‘ zeigt die Stigmatisierung behinderter Menschen als Mitleidsobjekte, letzlich erreichte man damit ein Verbot 1994 der Benachteiligung aufgrund von Behinderung im Grundgesetz zu verankern. Zeitgleich schwappte Anfang der 70iger von Amerika eine neue Behindertenbewegung über den Atlantik, die sich für ein Selbstbestimmtes Leben und gegen Behindertenfeindlichkeit in unserer Gesellschaft einsetzte. Kritik aus der Selbstbestimmt-Leben-Bewegung an der bisherigen Integration wurde laut, Zwangsanpassung und wer die Maßstäbe dafür setzt was Normalität und Abweichung der Norm ist. Dazu möchte ich gern Gottschalk 1999 zitieren:

„Und da gab es nun welche, die das alles umdrehten, die sagten, ich bin da, ich habe ein Existenzrecht, ich bin ein Mensch und ich bin ein Bürger, ich habe Menschenrechte, ich habe Bürgerrechte. Wenn ich in ein Gebäude nicht reinkomme, sind die schuld, die versäumten einen Fahrstuhl zu bauen. Nicht mein Rollstuhl ist zu breit, die Tür ist zu schmal. Die Verkehrsmittel, die ich nicht benutzen kann, nehmen mir mein Recht auf Mobilität. Eine Instanz die sagte: Du bist richtig, die Umwelt ist falsch.“ (Gottschalk 1999)

Seit 2009 gilt in Deutschland zudem die UN-Behindertenrechtskonvenstion. 175 Staaten weltweit verpflichten sich in ihr, die Inklusion in der Gesellschaft weiter voranzutreiben und dabei vor allem die drei grundlegenden Grundsätzen zu befolgen:

Selbstbestimmung, Teilhabe und Gleichtstellung, damit jeder Mensch mit Behinderung so leben kann, wie er das für sich entscheidet. Mit der UN-Behindertenrechtskonvention wurde Inklusion somit ganz offiziell und international anerkannt und als Menschenrecht etabliert.

Vorurteile, die uns immer wieder begegnet sind:

  • Inklusion ist ja eine nette Vorstellung, aber nicht umsetzbar
  • Inklusion ist nicht finanzierbar
  • Inklusion? Das ist doch nur ein Thema für die Schulen
  • Inklusion ist nur ein neues Wort für Integration

Und da möchte ich gerne an Chrissi übergeben, weil sie sich damit ein bisschen auseinandergesetzt hat .

Christin: ja, bevor ich jetzt mit der kleine Erklärung; Integration Inklusion beginne, natürlich lieben Dank an Katrin, dass sie das alles recherchiert hat, ich habe mich aus diesem Thema auch komplett raus gehalten, weil Katrin hat es an sich gerissen – war voll ihr Thema und wie ihr hört hat sie ja da sehr viele Fakten zusammengetragen und ich denke, sollte man jetzt auch unkommentiert lassen und einfach auf jeden Zuhörer wirken lassen. Was sich eben auch viele noch einmal gewünscht haben, ist deser Vergleich oder Begriffserklärung Integration – Inklusion, ich fasse es auch sehr kurz.

Die Integration bedeutet eigentlich im kurzen nur das hineinnehmen eines Menschen in ein bereits existierendes System, als Beispiel – die Schule. Die Schule ändert sich dabei nicht, sondern der Schüler der integriert wird, muss sich anpassen. Inklusion hingegen ist ein gemeinsames System für alle Menschen, ohne, dass jemand ausgegrenzt wird oder diskriminiert wird. Kurz gesagt, die Integration und die Inklusion können nicht ohne einander, sondern gehören halt zusammen. Und die Inklusion kann auch verkürzt als die konsequente Weiterführung betrachtet werden, von der Integration, allerdings bedeutet natürlich die Begriffe nicht dasselbe. Ich hoffe, ich habe das so verständlich erklärt, Katrin?

Katrin: ja, hast du. Also ich habe alles verstanden. 

Christin: danke 

Katrin: ihr könnt uns ja ein kleines Feedback geben.


Christin: ja, ein kleines Feedback. Feedback wäre super. Ja, wollen wir uns dann jetzt vielleicht dann dem Thema Barrierefreiheit widmen, Katrin?

Katrin: ja, das eine gute Idee.

Christin: Auch natürlich ein super wichtiges Thema, was natürlich Inklusion betrifft. Ich möchte euch ganz gerne ein Zitat von Aktion Mensch vorlesen, über das ich gestolpert bin, das fand ich echt super passend und das lautet:
„Inklusion funktioniert nicht ohne Barrierefreiheit, denn wo Orte, Räume oder Kommunikationsmittel nicht barrierefrei sind, bleibt Teilhabe am kulturellen und politischen Leben, an der Arbeitswelt, unter Freizeit verwehrt.“ – war für uns dieses Zitat eigentlich perfekt beschrieben, was uns wichtig ist zu sagen dass Barrierfreiheit natürlich nicht nur Rampen, Treppen, breite Türen oder absenkbare Busse sind, sondern natürlich auch, dass es eine digitale Barrierefreiheit gibt, das Formulare nicht in komplizierter Amtssprache geschrieben sind, sondern eben auch in leichter Sprache. Das Gebrauchsgegenstände, die man für die Arbeit braucht oder Wohnungen, Arbeitsstätten an sich natürlich barrierefrei sind, das Freizeitangebote. Dienstleistungen an sich darauf ausgerichtet sind, dass sie barrierefrei sind, als Beispiel hatte ich auch das Rathaus um überhaupt – generell Ämter – das dann natürlich nicht nur, wie schon gesagt, die Rampe da ist und Fahrstühle sondern generell daran gedacht wird, das sie für jeden frei zugänglich ist und ja, natürlich, wie auch schon gesagt, die visuelle Barrierefreiheit und Freiheit gibt. Das es Bildunterschriften gibt, es Videos gibt oder Formate, die barrierefreie sind oder Videos, die in ihren freien Formaten verfügbar sind. Hast du was hinzuzufügen, Katrin?

Katrin: nein, ich stimme dem ausnahmslos zu.

Christin: ja und zum Thema Barrierefreiheit haben wir uns dann halt das kleine Dorf-Stadt Battle ausgedacht, um euch mal anhand dessen zu zeigen, wie das so ist und dazu haben wir uns sieben Punkte überlegt. Und würde sagen, wir fangen einfach mal mit dem Thema Wohnen an. Wer fängt an Katrin, Stadt oder Dorf?


Katrin: ich fange an. 

In der Stadt ist es so, dass in den Hochhäusern oder Häusern die mehrstöckig sind und da sind meistens gerade bei den Neubauten natürlich auch Aufzüge vorhanden und das würde ich schon sagen ist sehr populär geworden und ich habe auch gesehen, in vielen Altbauwohnungen werden Aufzüge jetzt außen angebracht, damit Menschen, die nicht in der Lage sind Treppen zu steigen auch in den fünften Stock gelangen können. Dazu muss man sagen, natürlich ist es in der Stadt auch immer ein wenig teurer, jetzt gerade so Großstädte, Berlin Hamburg München, ist halt ziemlich teuer aber prinzipiell würde ich sagen ist das, wenn man einen wenn man ein Glücksgriff hat kann man eine gute Wohnung vielleicht auch Barrierefrei auch im Erdgeschoss finden, die keine Treppen besitzt und wo man auch viel Platz hat, es geht natürlich auch darum durch die Rahmen durchzukommen und gerade Menschen in einem Rollstuhl brauchen auch im Bad eine begehbare Dusche, am besten dass der Rollstuhl auch direkt in die Dusche geschoben werden kann. Wie sieht es denn auf dem Dorf bei dir aus? 

Christin: ich habe gerade daran gedacht, als Katrin gesagt hat das Fahrstühle außerhalb des Hauses des Wohngebäudes angebracht werden, musste ich sofort an Katrins Wohnung denken, es wäre sehr toll wenn es in diesem Gebäude auch irgendwo einen Fahrstuhl gibt, weil Katrin wohnt nämlich auch im fünften Stock.
Ich liebe diese Treppen…

Ja, Dorf! 

Natürlich hatte das Dorf den Vorteil dass es viele Häuser ansich gibt, Grundstücke mit Garten. Klar, hat man natürlich die Möglichkeit es frei zu gestalten ein Haus bauen zu lassen, barrierefrei bauen zu lassen oder eben Häuser sind in der Regel ja – zumindestens die Bungalow Bauten barrierefrei, keine Treppen und ich denke, da gibt es vom Wohnraum her viele Möglichkeiten, allerdings ist das natürlich auch eine finanzielle Sache, so ein Haus zu kaufen, ein Grundstück zu kaufen und auch sehr langwierig wenn man selber baut, ich denke aber das sich das wohnen an sich auf dem Dorf gar nicht so schwierig gestaltet. 

Katrin: Ja, vielen Dank und ab geht’s zum nächsten Punkt. Öffentliche Verkehrsmittel, da fangen wir wieder mit der Stadt an und ja, da würde ich sagen gerade öffentliche Verkehrsmittel sind sehr breit gesät, viele Busse sind auch per Fuß zu erreichen, Straßenbahn fahren in Berlin, ich glaube, nur in östlichen Teilen in Berlin, glaube in westlichen Städten von Deutschland fahren gar nicht so viele Straßenbahn.

Christin:  Nein, kann ich sagen, weil ich ja zum Teil im Westen arbeite.

Katrin: Auf jeden Fall gibt es auch U-Bahn und das U-Bahn Netz ist in Berlin zumindest und in Hamburg, davon kann ich auch reden, sehr gut ausgestattet und man kann auch U-Bahn-Stationen mit einem kleinen Laufweg erreichen, natürlich ist es immer noch so das, wie Chrissi ja vorhin schon meinte, viele U-Bahn nicht mit Fahrstühlen ausgestattet sind und man deswegen manchmal 2-3 Station laufen muss, um überhaupt auf die Station zu gelangen. Aber leider ist auch so dass viele U-Bahn – nachts – unter der Woche ausgestellt werden und dafür Nachtbusse fahren, die sollten in der Regel auch eine Rampe haben aber meist interessiert das die Arbeiter von den öffentlichen Verkehrsmitteln überhaupt nicht, dass sie die Rampe selbst rausziehen aber gut. Ja, ich denke soweit haben wir es, können natürlich noch wesentlich mehr erzählen aber egal.

Christin: öffentliche Verkehrsmittel auf dem Dorf. Ja wie ich ja schon mal gesagt hatte bin ich in einem Dorf groß geworden mit 250 Menschen. Ich bin ein Dorf gezogen, wo ich jetzt lebe, mit auch nicht mehr Menschen und früher fuhren auch noch normale Busse mehrmals am Tag, jetzt ist es so in meinem Heimatdorf ‚Fürstlich Drehna‘ im schönen Rand Spreewald das ist das bloß noch Rufbusse gibt, muss man dann tatsächlich den Bus und das Busunternehmen vorher anrufen, um für den nächsten Tag ein Bus anzumelden und dann hat man natürlich das Problem dass nicht so ein Linienbus kommt, sondern halt eher so ein Kleinbus. Ich weiß gar nicht ob die jetzt mittlerweile eine zweite Tür haben, die sich öffnet und, diese Doppeltür, wo dann die Rampe ist. Auf jeden Fall was das als ich da noch gelebt habe, war das alles ziemlich strange, definitiv nicht barrierefrei also wer sich fürs Wohnen auf dem Dorf entscheidet braucht definitiv ein Auto und sollte das zumindest bedenken, dass man sich nicht auf öffentliche Verkehrsmittel verlässt. In dem Dorf in dem ich jetzt lebe gibt es normale Busse.

Katrin: Wie das klingt. Willkommen in diesem Jahrhundert.

Christin: Ja, die nächste Stadt ist halt 10 Minuten entfernt, ne? Mit den nächsten Einkaufsmöglichkeiten, in Fürstlich Drehna gibt es zumindestens noch so eine Art Konsum, der aber – glaube ich – auch nicht barrierefrei ist
aber da kommt dann immer der Fleischer und der Bäcker kommt auch und in Fürstlich Drehna kommt der Sparkassenbus.

Katrin: Das ist wie bei uns so ein Eisladen, der dann mal klingelt, so am Wochenende oer Freitagabend – da kommt halt der Fleischer und klingelt. 

Christin: Ja, das ist wichtig! Das ist dann auf jeden Fall eine schöne Lösung aber ja, in Mewegen ist es vielleicht auch ein bisschen zentraler, auch wenn es, naja… sind doch auch in einem anderen Bundesland. Sind da ja auch in Mecklenburg-Vorpommern und nicht in Brandenburg aber okay, eine andere Sache.

Zweiter Punkt, Abgeschlossen. Punkt 3. die Gastronomie, Katrin.

Katrin: Da kann ich gar nicht so viel sagen, außer dass ich die Stadt natürlich in den höchsten Tönen loben muss.

Christin: Du bist ganz schön pro Stadt. 

Katrin: Ohja, ich weiß. Aber Barrierefreiheit, Stadt und Gastronomie finde ich schon sehr gut. Es gibt kleine
Verbesserungsvorschläge die ich hätte, wenn man mich fragen würde, tut aber keiner.

Christin: Hallo ihr lieben Gastronomen, hört euch bitte diese Vorschläge an.

Katrin: Genau, in der Stadt ist natürlich die Auswahl sehr breit gefächert an Restaurants und Cafes. Und man hat die Möglichkeit sich selbst auszusuchen wo man hingehen möchte, will man mal nicht zum Inder gehen, geht man halt drei Straßen weiter zum Italiener und holt sich eine Pizza, das ist – finde ich – einen sehr großer Vorteil. Andererseits weiß man leider nicht, wenn ich jetzt z.b. mit meiner Arbeitgeberin nach Hamburg fahre und wir ein Restaurant besuchen möchten, wissen wir vorher nicht ob das Restaurant Barrierefrei ist und wir wissen auch nicht ob die – also, es steht meist auch nicht auf der Webseite. Meist muss man vorher die Telefonnummer im Internet heraussuchen und dann telefonisch durchklingeln, ähnlich wie bei Hotels. Das ist dann so der kleinen Verbesserungsvorschlag den ich hätte dass es speziell auf den Webseiten öffentlich gemacht wird, ob dieses Restaurant oder dieser Begehungsort auch Barrierefrei ist und jeder Mensch dort willkommen ist.
Wie sieht die Gastronomie so auf dem Dorf aus? Das klingt jetzt vielleicht ein wenig provozierend, soll es aber nicht sein. 

Christin: Zumindest genau so gut, wie in der Stadt. Ich muss jetzt ein wenig Schleichwerbung machen, meine Eltern haben in Fürstlich Drena ein eigenes Restaurant, nennt sich ‚Gasthof zum Hirsch‘ –  ja, mein Bruder wird das dann hoffentlich mal übernehmen, damit meine Eltern dann eine Pause haben – wir haben die Gaststätte schon unglaublich lange und ich bin halt damit groß geworden und wir haben dann auch aufgerüstet, also unser Restaurant ist Barrierefrei. Es gibt eine Rampe für die Treppen und Stufen, der Biergarten ist natürlich Barrierefrei und ja, in das Gebäude rein gibt es ja wie gesagt Rampen und wir haben auch Barrierefreie Sanitäranlagen. Also es gibt eine Toilette, die auch wirklich groß genug für die Elektrorollstühle ist. Ja, da ist eigentlich auch alles wie gesagt vorhanden, man kann in den großen Saal ohne dass es Probleme gibt und das einzige was nicht Barrierefrei ist aber auch definitiv nicht zu lösen ist, ist leider das man nicht zu den Zimmern hoch kommt. Es ist so groß und gewaltig, dass es quasi Gebäudetechnisch nicht möglich wäre das umzubauen, vielleicht gibt es irgendwann Technik dafür um das mal in Angriff zu nehmen aber ich finde um gut essen zu gehen ist das doch schon mal ein guter Anlaufpunkt. – übrigens spezialisiert auf Wildgerichte und um die kleine Schleichwerbung zu beenden und klar, auf den Dörfern gibt es das große Angebot an Gastronomie natürlich nicht, man muss dann schon weiter in die kleinen Städte fahren, die dann halt ne halbe Stunde entfernt sind – 20 bis 30 minuten und natürlich muss man sich vorher erkundigen inwieweit das barrierefrei ist. Wir haben wo ich jetzt lebe, in dem Nachbarort eine unglaublich tolle Gaststätte die leider nicht barrierefrei ist, weil sie in den Keller führt, das ist natürlich auch gebäudetechnisch sehr schwer umzusetzen, das nachzurüsten selbst wenn die das wollen, allerdings bieten die natürlich dann auch einen Lieferservice an, was ich echt cool finde, dass wir das Essen dann halt abholen kann. Ja, das liefern lassen, das finde ich halt als Alternative doch ganz angenehm, aber wie die meisten wissen ist es auf dem Dorf natürlich die Gastronomie halt nicht so verbreitet wie in der Stadt, also da geht der Punkt vermutlich ganz klar an die Stadt. 

Kommen wir zu Punkt 4.
Arbeitskräfte, Katrin.

Katrin: Ja, nun das ist ein Thema da bekomme ich schnell graue Haare, wie man so schön sagt weil ich sehe in der Stadt – ich habe schon viele Vorstellungsgespräche miterlebt und muss leider sagen dass dort oft Quantität statt Qualität vorherrscht, wie ich vorhin meinte, denken viele sie haben für wenig Arbeit schnell gutes Geld. Und das ist ein Thema was mich wirklich aufregt. Ich versuche nicht so ausführlich zu werden aber ich muss natürlich trotzdem was sagen, gerade bei vielen Assistenzteams, die ich kenne sehe ich viele fliegende Wechsel, mal bleibt dann Assistent zwei Wochen, vier Wochen, drei Monate und dann passt es nicht oder der Assistent kann sich nicht auf einstellen auf die Situation. Es wird dann auch schnell unfair, ja deswegen denke ich, es gibt die Möglichkeit einen Diamant zu finden in der Stadt, zum Beispiel für unseren Job mit der Arbeit mit behinderten Menschen. Man kann sehr wohl einen Menschen finden der dazu passt aber man muss suchen und man muss auch bereit sein, sich auf die Menschen immer wieder neu einzulassen, da glaube ich lieg auch ein großer Schwerpunkt, dass man irgendwann müde der Vorstellungsgespräche wird – also auch für mich ist es halt sehr schwer.

Christin: Katrin schweift ab.

Katrin: ich habe schon so viele Vorstellungsgespräch gemacht, das es natürlich auch eine Einarbeitung gibt und diese Einarbeitung kann ich mittlerweile im Schlaf auswendig, am besten ich nehme sie einfach einmal auf und lasse sie jedes Mal wieder abspielen. 

Christin: Was Katrin sagen möchte, es gibt zu viele Menschen in der Stadt.

Katrin: Es gibt so viele Menschen und da herrscht leider dann meistens die Quantität, wie ich vorhin erwähnte, statt  die Qualität. 

Christin: Okay, das Lied kann ich natürlich auch singen, in der Stadt, weil ich ja in der Stadt arbeite. Auf dem Dorf ist das natürlich schwieriger, also zumal wie wir ja schon gesagt haben, wie das persönliche Budget und Arbeitgebermodell in Folge 1 – gibt es das auf dem Dorf halt einfach nicht. Also mir ist es aus meiner Heimat nicht bekannt dass es dort sowas gibt und in Vorpommern-Greifswald ist es halt auch nicht sonderlich vertreten. Ich kenne eine Assistenznehmerin, die das persönliche Budget hat, auch im Arbeitgebermodell. Aber sie hat unglaubliche Schwierigkeiten Arbeitskräfte zu finden, weil es erstmal gar nicht so viel Menschen gibt die davon wissen. Punkt 1 und Punkt 2; die das machen möchten und die meistens natürlich alle im Pflegedienst angestellt sind, weil das natürlich sehr klar Vor- und Nachteile hat, das brauchen wir ja jetzt nicht ausdiskutieren. Es gestaltet sich sehr sehr sehr schwierige viele Arbeitskräfte auf den ländlichen Regionen zu finden. Nächst größte Stadt, wo ich weiß dass es da mehrere Assistenznehmer gibt, ist in Neubrandenburg, da ist das dann doch schon wieder populärer aber alles was so ländlich betrifft, das ist halt wirklich schwierig. Und natürlich die Bezahlung ist natürlich ein gewaltiger Unterschied weswegen sich viele sicher auch für den Pflegedienst entscheiden, weil ich soweit ich das weiß – ich muss es vorsichtig ausdrücken – für die persönliche Assistenz, glaube ich, immer noch der Pflegemindestlohn gilt und sich dann zu entscheiden ob man natürlich 4-5-6 Euro mehr bekommt um in ein Pflegedienst zu arbeiten oder im Persönlichen Budget ist das natürlich schwer. Also das ist definitiv ausbaufähig und eine Sache, die wir immer wieder aufrollen werden, um uns dafür einzusetzen dass es da fairer wird, was die Arbeitskräfte betrifft, auf den Dörfern und Städten, dass es eine Gleichberechtigung gibt, so, ist es besser ausgedrückt.

Katrin: Kommen wir dann zu Punkt 5; Schule, Bildung, Uni und Arbeit. Da muss ich sagen in der Stadt, so viel muss man dazu gar nicht sagen weil eigentlich läuft das mittlerweile. Es hat sich ein System entwickelt was gut funktioniert. Schulen sind barrierefrei, immer mehr werden ausgebaut, die Bildung ist für jeden zugänglich,
auch die Unis sind erreichbar, wenn man sich dann natürlich auch mit den richtigen Universitäten auseinandersetzt und auf der Arbeit gibt es mittlerweile in den größeren Arbeitsbranchen/Unternehmen, gibt es eine Quote für Menschen mit Handicap, das heißt sie werden auch bevorzugt wenn sie sich,
zeitgleich mit z.b. zehn anderen bewerben. Genau die gleichen Qualifikation vorweisen können, dann werden sie in der Regel auch genommen, ja da bin ich schon fertig mit.


Christin: Ja ich glaube Dorf hält sich da auch sehr kurz, weil wie wir ja schon vorhin gesagt haben, gibt’s ja auf den Dorf an selbst keine Schulen. Aber prinzipiell muss man ja in die Kleinstadt und dafür muss die Mobilität gegeben sein, es gibt natürlich auch Fahrdienste und zumal dann, ja Schule nicht so das Problem ist, wer dann aber natürlich in die Uni will oder direkt arbeiten möchte, hat es natürlich in der Stadt einfacher. Leben auf dem Dorf ist wunderschön aber um halt wirklich zu studieren oder eine Ausbildung zu machen, duale Ausbildung zu machen oder direkt ins Arbeitsleben einzusteigen, das ist ja alles frei wählbar, ist es vielleicht doch besser in der Stadt da zu suchen, zumindestens hat mehr Vorteile muss ich jetzt ehrlich mal sagen.

Katrin: vorerst natürlich wir hoffen dass ich sich auch in der Stadt noch einiges tun wird – – –

Christin: auf dem Dorf!

Katrin: auf dem Dorf, natürlich.
Genau kommen wir jetzt weiter zu Kultur und Freizeit der 6.. Punkt – In der Stadt, ja, da könnte man es natürlich über einige Wehwehchen klagen, einige Konzerte…

Christin: du hast doch schon die Gastronome angezettelt, jetzt hätte doch die anderen auch noch an.

Katrin: ja, okay, weil du so lieb darum bittest.

*beide lachen*

Es ist leider immer noch so, dass viele Konzerthallen in gerade älteren Gebäuden stattfinden, die gefühlt zwei Jahrhunderten erbaut wurden und die Veranstalter, bzw der Veranstaltungsort hat es versäumt und versäumt es leider auch immer noch, die meisten richtig auszubauen damit Menschen mit Behinderung nicht in Konzertstätten dann reinkommen, ob es nun Konzertsäle oder auch Museen sind, die natürlich durch ihre Treppen eine Barriere darstellen und die haben auch keine Rampen oder in den Galerien befinden sich auch oft Stufen einer Wendeltreppe, ebenfalls nicht barrierefrei, das ist einfach ärgerlich und so wird viel Kultur und Freizeit den Menschen vorenthalten. Also ich finde es zum Teil immer wieder sehr anstrengend, wenn ich mit meiner jetzigen Arbeitgeberin ein Konzert besuchen möchte und immer erst einmal anrufen muss, damit ich herausfinde, ist diese Konzertstätte für jeden frei zugänglich und dann fallen dann meistens Sätze wie, ja, wir haben eine Rampe, sie können rein aber die Toilette ist nicht barrierefrei.
Und da sitze ich dann meist und denk mir, okay, ist scheiße, ist einfach richtig scheiße für die Zeit die wir jetzt haben und ja, was soll ich dazu groß sagen, ich könnte mich jetzt weiter aufregen aber es würde nichts bringen, von daher würde ich sagen ein ganz klares Nein – also es ist ausgeglichen, weil einige sind ja natürlich barrierefrei aber ich sehe es trotzdem noch als Minuspunkt, wo definitiv immer weiter dran gearbeitet werden muss damit Kultur und Freizeit für jeden Menschen uneingeschränkt erreichbar ist. 

Christin: Es ist also Verbesserungsbedarf da.

Katrin: Also ich bin auch bereit mit Menschen darüber zu reden, die darüber reden möchten, das ist ein Thema was mich sehr emotional mitnimmt.

Christin: Okay ich erreiche das Mikrofon jetzt an mich, bevor Katrin das Mikrofon durch die Gegend wirft. Klar wer aufs Dorf zieht, der möchte in der Regel ruhig leben und nicht ständig Action haben und…

Katrin: Das dachten sich die Menschen in Wacken auch.


*beide lachen herzhaft*

Christin: Ausgenommen von Wacken. Ja, okay, der war jetzt echt gut, voll aus dem Konzept gebracht.
Ja, also in der Regel möchten sie natürlich ruhig leben und suchen sich natürlich den Ausgleich Kultur und Freizeit in den Städten oder halt den nahegelegenen kleinen Städte. Ich kann natürlich nur vom tiefsten Dorf sprechen aber es gibt natürlich auch Randgebiete – klar, Berlin hat auch den Speckgürtel, da lebt man auch ruhig und hat es nicht weit bis in die Stadt rein aber prinzipiell, ja es gibt Dorffeste – die sind zum Teil natürlich auch barrierefrei, weil sie mitten auf dem Dorf stattfinden und wer weg gehen möchte, der fährt halt weg. Deswegen ist es halt voraussetzung, wer aufs Dorf zieht oder wer auf dem Dorf wohnt ist natürlich bestenfalls mobil mit einem Auto und damit kann man ja auch alles erreichen. Also ich finde das jetzt prinzipiell nicht negativ gemünzt, weil es ist ja frei wählbar zu entscheiden, wo man dann wohnen möchte und verweise auf die negative Kritik von Katrin, was die Stadt angeht. Verweise dann auf die negative Kritik von Katrin was die steht da angeht.


Ja, kommen wir zum letzten Punkt Punkt 7 – die visuelle Barrierefreiheit.
Dazu gibt es natürlich kein Vergleich, wir wollen jedoch darauf hinweisen dass es natürlich im allgemeinen immer noch sehr schlecht umgesetzt wird und haben das natürlich das Beispiel Podcast. Ja, wie sollen die gehörlose Menschen über unseren Podcast, der sich um Inklusion dreht, den hören und dazu haben wir uns gedacht dass wir unsere Folgen in Schriftform bringen. Unsere gute Freundin, die liebe Jessica hat sich dazu bereit erklärt alles aufzuschreiben. Sie hört sich unsere Folgen an und tippt währenddessen mit. Wir werden das dann in auf unserer Website www.zeitgeist-der-Inklusion.de – habe lange dafür geübt –
ja, in Blockform rausbringen dass alle gehörlosen Menschen unsere Podcast Folgen lesen können.
Und darüber informiert sind und wollen natürlich an der Stelle für alle Podcaster sprechen, es vielleicht mit auf den Weg geben, darüber nachzudenken das ebenfalls zu tun, um halt ein Stück weit mehr für die visuelle Barrierefreiheit zu machen. Und ja, danke Jessica dass du das alles machst, es werden sehr viele Essen sein, auf die wir dich einladen oder Konzerte, dass du das alles für uns tust.

Katrin: ja, all das sollte zur Normalität gehören, diese visuelle Barrierefreiheit sollte in allen Bereichen besser ausgebaut werden, egal ob es jetzt Schule, Uni, Job, Kultur und Freizeit ist abschließend versteht ihr vielleicht, wieso so viele Menschen mit Handicap von den Dörfern in die Stadt ziehen, weil einfach die Bedingungen hier besser sind ich möchte jetzt nicht die Stadt loben.

Christin: Wir können ja einfach unsere Zuhörer entscheiden lassen, ob es ein ende des Battles gibt oder wie das Ende ausgeht, nachdem die Folge draußen ist, ein Umfrage starten wer eurer Meinung nach gewonnen hat, Stadt oder Dorf, so müssen wir das jetzt nicht entscheiden.

Komm wir zum Schluss.
Zu einem Thema, was ich an mich gerissen habe, worüber ich viel recherchiert habe und was mir sehr am Herzen liegt und zwar ist das betrifft das die Unterstützung, promimente Unterstützung oder eben auch Projekte, die es über Inklusion gibt und ich habe mir für die Folge heute zwei Sachen rausgesucht, zum einen ein Buch über Inklusion von Riccardo Simonetti, das heißt Ruffy und sein pinkes Tutu, das an sich ein Kinderbuch ist aber ich bin der Meinung dass das wirklich für jeder man perfekt beschrieben ist. Über Riccardo Simonetti möchte ich nur ganz kurz sagen, wer ihn nicht kennt, er ist natürlich als Influenzer, Entertainer, Schauspieler und Model bekannt und hat relativ zeitig sich geoutet und seitdem setzt er sich aktiv für Toleranz ein und werden ihn auf jeden Fall auf unserem Profile verlinken, dass der oder diejenigen die mehr über ihn erfahren wollen auch einfach ein bisschen über ihn recherchieren könne.

In dem Buch geht es in aller erster Linie darum, dass Raffi ein Schulkind ist und zu Hause in seinem pinken Tutu spielt und für ihn ist auch das normalste der Welt und möchte damit natürlich eines Tages auch in die Schule und wird von den Kindern anfangs ausgelacht, ich glaube jeder von uns kennt das. Vielleicht nicht jeder aber sehr viele von uns kennen das, da sie in der Schule wegen Andersartigkeit and gehänselt, gemobbt, ausgelacht wurden und ja. Raffi ging es genauso, ein Junge hat es dann halt besonders auf ihn abgesehen, der Leo und Raffi ist dann natürlich am Boden zerstört, kommt nach Hause und weint bei seinem Papa. Der tröstet ihn und ich finde es total toll, dass es in dem Sinne als Vaterfigur eben auch dargestellt wird, wie super toll er darauf reagiert und gibt ihm das wichtige Urvertrauen, das anders
sein nicht unbedingt negativ ist sondern dass es gut ist dass er als Mensch so gut ist, wie er ist. Raffi lässt sich dann natürlich nicht davon unterkriegen, geht weiterhin in seinen pinken Tutu zur Schule und Leo hänselt ihn weiter, den anderen Kindern wird es dann aber langsam müde ihn zu hänseln. Und ja, viele reagieren nicht mehr auf die Sticheleien von Leo und machen dann halt wieder ihr Ding. Raffi hat dann Geburtstag und läd alle Kinder ein, natürlich ist auf der Einladung ein pinkes Tutu. Er läd sogar Leo ein. Und am Ende, Richtung Ende des Buches, auf der Geburtstagsfeier sind alle Kindern in einem pinken Tutu erschienen, bis auf Leo und weiter möchte ich eigentlich gar nicht spoilern, weil das Ende bringt eine richtig richtig tolle Überraschung mit sich, die ich nicht verraten möchte bestenfalls holt euch das Buch einfach selbst. 

Das Buch hat auch nur 32 Seiten, es ist auch schnell zu ende gelesen, was ich aber dazu sagen möchte ist dass selbst wenn die Kinder das selber noch nicht lesen können in dem Buch ganz ganz ganz ganz tolle Bilder sind, beim angucken vieles auch schon erklärt wird und man natürlich auch seinen Kindern das vorlesen kann oder eben auch für jeden Erwachsenen das total verständlich erklärt wird und ja, finde dieses Buch einen ganz ganz ganz ganz tollen Einstieg zum Thema Toleranz und natürlich darauf aufbauend zum Thema Inklusion.

Das zweite Projekt was ich euch noch ans Herz legen möchte, ist eines von Aktion Mensch, ja ich habe lange überlegt ob ich überhaupt eins vorstelle, weil es von Aktion Mensch so unglaublich viele wunderschöne Projekte gibt aber um euch einen ersten Einblick zu geben, habe ich mir eins rausgesucht, möchte aber kurz vorher noch sagen dass ihr unbedingt Aktion Mensch auf den sozialen Medien folgen müsst. Ihr müsst einfach, weil die so aktiv sind und so viel über Projekte informieren und auch über das komplette Thema Inklusion, ja dass ich da wirklich nur ausdrücklich sagen kann, macht es, ihr verpasst sonst sehr sehr sehr viel.
Ja und in dem Projekt was ich euch gerne jetzt noch vorstellen möchte, geht es um den Kupferhof. Der ist in Hamburg und dort können Kinder und Jugendliche mit Behinderungen und ihre Familien ein Kurzzeiturlaub machen. Es gibt dort ein Team, das ganze, nennt sich ‚Hände für Kinder‘ und besteht aus Pflegekräften, Pädagogen und Therapeuten, die rund um die Uhr dort sind, es gibt glaube ich vierzehn Familienzimmer, die belegt werden können und dient natürlich dazu, dass die Kinder und Jugendlichen dort Kraft tanken können, aus dem Alltag rauskommen, natürlich auch in Verbindung mit den Familien das Fachkräfte vor Ort sind die das ganze auch unterstützen. Die Kosten dafür gehen über die Eingliederungshilfe, das kann beantragt werden, wie das geht – Fragen dahingehend kann sich entweder direkt an den Kupferhof wenden oder eben auch uns fragen, wir leiten das weiter oder stellen Kontakte her. Wir verlinken natürlich die Webseiten auch in unseren Shownotes, also wer da Interesse hat guckt euch das unbedingt mal an, das ist ganz ganz toll und wir haben uns gedacht dass wir einfach in Zukunft, wenn ihr das wollt, mehr solcher Projekte raussuchen und vorstellen, jede Folge dass es einfach auch mehr verbreitet wird, um mehr darüber zu erfahren.

Katrin:  Eine sehr schöne Thematik, die du dir da rausgesucht hast. Wusste ich so auch noch nicht, gerade das erste Mal gehört, gerade den Kupferhof finde ich sehr sehr gut und kann das nur jeden ans Herz legen, es klingt wirklich schön. Ja, und vor dieser Folge ist – möchte ich euch das noch ein bisschen erzählen – haben wir eine kleine Umfrage bei Freunden, Bekannten und Familie gestartet. Und da ging es darum, dass wir wissen wollten, welche Berührungen haben unsere Freunde zum Thema Inklusion gemacht. Erlebnisse, Fragen wir waren für alles offen, haben auch ein bisschen was bekommen und ja, das Thema welches sehr oft gefragt wurde, das war Inklusion in Kitas, Schulen, Bildung gerade bei Kindern. Wie ist die Inklusion da und wie hat sie sich über die vielen Jahre entwickelt? Aber dazu wollen wir eine gesonderte Folge machen, weil das würde jetzt den Rahmen eindeutig sprengen und es würde dem nicht gerecht werden jetzt nebenbei darüber zu erzählen. Dazu möchten wir uns natürlich auch eine Unterstützung holen, ein Gast der den direkten Bezug dazu hat und selbst in diesem Bereich tätig ist und der uns und natürlich euch, alle Punkte bestmöglich beleuchten kann, ja, ein sehr guter Abschluss.

Christin: Bevor wir uns von euch und von dieser Folge verabschieden, kommen natürlich noch unsere versprochenen FunFacts. Ja, ich glaube, ich fange einfach mal mit meinem FunFact zum Thema zurück in die Kindheit, an.

Und zwar habe ich, wie wir ja in der Folge schon gehört haben, drei ältere Brüder und eine jüngere Schwester, wir sind eine sehr große Familie, es war immer turbulent, immer viel los und grundsätzlich war das eigentlich so dass der ältere Bruder, den zweiten geärgert hat, der hat es an den Dritten weitergereicht und der natürlich bei mir und ich meiner kleinen Schwester. Und ja, also so war das dann halt dass ich natürlich dann halt von meinem älteren Bruder eigentlich alles abgekriegt habe und als Mädchen ist es natürlich schwerer sich zu wehren und habe eigentlich grundsätzlich nur geheult.
Meine Schwester das hat sich dann 4-fach zurückbekommen, es tut mir so leid Schwesterchen. Es war mal wieder der Tag, an dem mein Bruder mich geärgert hat und ich bin mal wieder heulend los und habe mein Papa gesucht, um mein Leid zu klagen, er stand an der Tür und unterhielt sich mit jemanden und ich bin in meinem Wahn losgerannt habe meinen Papa umarmt und ihn mein Leid geklagt und als ich dann hoch geguckt habe, habe ich gesehen dass ich nicht mein Papa umarmt habe, sondern natürlich den fremden Mann. Das war ein ein ziemlicher Schock und habe dann natürlich erst recht geweint und bin dann, ja noch deprimierter davon gelaufen, das war im Nachhinein betrachtet sehr witzig.

ihr braucht euch keine Gedanken machen, auf offener Straße würde ich heutzutage niemanden mehr umarmen, wenn ihr mir mal begegnen solltet, keine Sorge. Keine Free Hugs!

Katrin: ich könnte euch natürlich auch solche Geschichten erzählen, denn ich habe zwei ältere Brüder und kann natürlich ein Lied davon singen, wie man in früher Kindheit malträtiert wurde.

Aber zurück zu meinem FunFact. Ich dürfte um die 3-4 Jahre alt gewesen sein und hatte mit meiner Mama ein Gespräch geführt. Vermutlich war ich gerade in dem besonderen neugierigen Alter und wahrscheinlich war der Wissensdrang nach der Entstehung eines Menschen so groß, jedenfalls fragte ich sie wo ich herkomme. Ihre Antwort war, du kommst aus meinem Bauch. Du warst in meinem Bauch, 9 Monate lang und dann bist du raus gekommen und dann war ich erst einmal verwirrt und saß da und fragte sie, aber wo kommen denn dann meine Brüder her und sie meinte auch aus meinem Bauch. Und ich als kleiner Rotzlöffel von 3-4 Jahren sagte, das kann nicht stimmen, denn ich habe die beiden dort überhaupt nicht gesehen.
Ich denke gern an diesen FunFact zurück, es ist so einfach im Kopf eines Kindes.

Christin: ja, und so sind wir am Schluss angekommen, ihr Lieben Zuhörer, was wir natürlich gerne bewerben möchten ist ein Gewinnspiel! Wir werden zwei Bücher verlosen und zwar von Riccardo Simonetti ‚Raffi und sein pinkes Tutu‘.
Dachten uns, wir nutzten die Gelegenheit gleich und verlosen zwei und dazu wird es dann ebenfalls in der kommenden Zeit bei Instagram und Facebook ein Beitrag zu diesem Gewinnspiel geben und was ihr dafür tun müsst, erfahrt ihr später. Und außerdem wollen wir uns natürlich,
wie auch in Folge eins, bei allen bedanken die uns zuhören, die uns unterstützen und natürlich wollen wir auch um Feedback bitten, nach wie vor sind wir sehr dankbar für die konstruktive Kritik.
Ihr könnt uns überall Schreiben, per E-Mail oder
über Instagram, Facebook oder auch über unsere privaten Kanäle, die sind alle in unseren Shownotes verlinkt. Außerdem haben wir uns natürlich gedacht, dass wir all unsere Quellen ebenfalls in dieser Folge verlinken werden, in den shownotes zu finden.

Falls ihr es noch nicht getan habt, dann erzählt doch bitte allen von dem Podcast. Verlinkt uns, folgt uns, liked uns, abonniert uns, macht einfach alles was wichtig ist, um dieses Projekt und uns und das große Thema Inklusion zu unterstützen.

Katrin: Genau und außerdem möchten wir euch natürlich dazu ermutigen uns auch weiter anzuschreiben und uns eure Geschichte zu erzählen.
Und wer sich vorstellen könnte, bei uns im Podcast als Gast zu sprechen, kann uns jederzeit erreichen und wir können gemeinsam ein Interview führen.
Wir sind für jedes Thema offen, wenn du denkst deine Geschichte ist es wert erzählt zu werden, melde dich einfach.

Christin: Genau, damit seid auch gespannt auf Folge 3 – wenn unser erster Gast zu Wort kommt, die gibt es in zwei Wochen und bis dahin. Tschüss.

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